Dr. Sommers Tierwelt: Die Egelschnecke treibt's auf der Schleim-Liane

Von den Schnecken haben wir in letzter Zeit in dieser Rubrik ja allerhand gehört: Schnecken treiben es herrlich bunt, keine Spielart der Sexualität scheint ihnen verpönt: Im Gegenteil, die Schnecke zeigt sich bei erotischen Sadomaso-Spielchen, bei frechen Orgien und beim Gruppensex ganz frei und offen.
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Und doch vermag selbst uns, Experten der neckischen Schneckchen, die Große Egelschnecke noch etwas beizubringen.

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Illustration: Julia Schubert

Auf diesem Bild sind die Penisse noch bandförmig aufgerollt. Die Egelschnecke sieht genauso aus wie die handelsübliche Nacktschnecke, nur mit Tigermuster. Zwei Exemplare der Art Limax Maximus nehmen zum Vorspiel auf einem Ast Platz. Zunächst sondern sie Schleim ab, der den Gesetzen der Schwer- und Klebkraft folgend eine Art glitschige Liane bildet. Nach einer Stunde verflechten die beiden Egelschnecken ihre lüsternen Leiber und lassen sich kopfüber vom Aste fallen - hängend am schleimigen Liebestau. Nun werdet ihr ausrufen: "Igitt! Die Egelschnecke ist eine Ekelschnecke!", aber bitte denkt daran: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Nun geht es zur Sache: Die Schnecken fahren die seitlich des Kopfs befestigten blassen, bandartigen Penisse (wir erinnern uns: Schnecken sind Zwitterwesen) aus, die sich, ebenfalls herabhängend, umeinanderwickeln. So werden die Spermien ganz ohne Penetration ausgetauscht - und das Vergnügen währt mehrere Stunden. Bei manchen Verwandten kann der Penis übrigens bis zu 85 cm lang werden. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, warum die Egelschnecke 2005 zum Weichtier des Jahres gewählt worden ist. Bild: ap

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