Dramatisch: Der Guppy auf der Flucht vor Vergewaltigern

Auf der Flucht vor penetranten Männchen begibt sich das Guppy-Weibchen in Lebensgefahr: Es schwimmt in die Gewässer von Raubfischen.
jan-stremmel
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Illustration: Julia Schubert

Der Guppy-Mann, hier im Bild und mit drei Zentimetern Länge etwas kleiner als das Weibchen, ist das, was man gemeinhin einen eitlen Fatzke nennt. Er verbringt seine Zeit hauptsächlich damit, die Farbenpracht seiner Schwanzflosse vor dem Weibchen zur Schau zu stellen. Reagiert die Auserwählte nicht auf die Liebesmüh’, wird er sauer und holt sich, worauf er Bock hat. Dazu benutzt er sein Begattungsorgan, ein Gonopodium, mit dem er seine Spermien direkt in den Eileiter seiner Partnerin ablegt. So kommt es, dass ein Moment der Unachtsamkeit seitens des Weibchens eine ungewollte Schwangerschaft nach sich ziehen kann. Vom Schwangersein aber, noch dazu von einem ungehobelten Sittenstrolch, hat das Guppy-Weibchen die Nase voll. Schließlich muss es jeden Monat zwanzig bis hundert Mini-Guppys gebären. Wird die Guppy-Dame also sexuell belästigt, flieht sie. Forscher der University of Wales haben jetzt herausgefunden, wohin: In tiefere Gewässer, in denen Raubfische lauern. Genau wie fies angebaggerte Mädchen in Discos ihre gutgebauten Freunde zu Hilfe holen, hofft das Guppy-Weibchen, dass ein Fleischfresser dem penetranten Flegel den garaus macht. Das ist lässig und smart, nur: Dass die Raubfische bei diesem Trick auch wirklich das Männchen, und nicht etwa das geflüchtete Weibchen fressen, ist Glückssache. Mehr zum Thema Guppy gibt es bei der Deutschen Guppy-Föderation. Foto: www.aquaryus.com

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