In der Gruppe wird's wild: Neues vom Sex der Pinguine

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An sich ist Pinguin-Sex zunächst unspannend: Mann quiekt um Frau, Frau gefällt’s, Mann balanciert auf dem Rücken der Frau, Zeit vergeht, Ei wird gelegt. Brutzeit und das Alter der geschlechtsreifen Pinguine sind je nach Art unterschiedlich. Spannender sind die Geschlechterrollen. Denn nach der Geburt zieht es das Weibchen zum Futtern in den Ozean, während das Männchen das Ei geschützt von einer Hauttasche am Unterbauch auf seinen Füßen ausbrütet. Schlüpft der Nachwuchs vor der Rückkehr der Mutter, wird es vom Vater mit einem fetthaltigen Sekret aus den eigenen Reserven gefüttert. Nicht ohne Folgen: Vater-Pinguin ernährt sich während dieser Zeit ohnehin nur von Schnee und schrumpft deshalb bis auf die Hälfte zusammen.

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Illustration: Julia Schubert

Dieser Einsatz für den Nachwuchs zahlt sich nur bei manchen Arten aus – die Partnerinnen sind nur bei einigen Tieren treu. Bei Adelie-Pinguinen etwa trennen sich die Hälfte der Paarungen schon nach einem Jahr; keine Beziehung hält länger als sechs Jahre. Bei Gelbaugenpinguinen hingegen bleiben Paare teils länger als sieben Jahre zusammen, Trennungen nach nur einem Jahr sind sehr selten. Das mag vielleicht daran liegen, dass Adelie-, wie auch Zügel- oder Eselspinguine einfach enger zusammen leben. Vielleicht aber regt auch die sexuelle Performance zum Rumprobieren mit anderen Partnern an: Denn gerade die Tiere, die auf kleinem Raum zusammen leben, sind beim Sex besonders extrovertiert. Und scheinbar kommt es Pinguinen nicht nur auf den Zweck der Fortpflanzung, sondern auch auf den Spaß an der Sache. Denn in japanischen Zoos und Aquarien wurde bereits vor einigen Jahren beobachtet, dass die dicken Eisvögel, wenn Partner anderen Geschlechts fehlen, gerne schwul oder lesbisch werden. Und dann auch Sex miteinander haben. Foto:ap

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