Barbies Wohnbordell

Die Topsexliste wartet mal wieder mit frischen und unverbrauchten Neuigkeiten aus dem Land des Untenrums auf. Heute: obszöne Kinder, rachsüchtige Expartner, Google-Sexismus und Anti-Pups-Unterhosen.
martina-holzapfl

Barbie-Sünden

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Illustration: Julia Schubert



Endlich bringt mal jemand an die nüchterne Öffentlichkeit, was sonst nur unter irrem Gekichere in besoffenen Partygesprächen herauskommt: Kinder benutzen ihre Barbies nicht wie vorgesehen. In der "Conan O'Brian Late Night Show" antwortet die bisher in Sachen Coolness offenbar völlig unterschätzte Schauspielerin Anna Faris dem Moderator auf seine Frage, wie sie denn so als Kind war, dass ihr Barbiehaus ein Bordell war. Und dass sie sich als kleines Mädchen überhaupt ziemlich für Mord und Kriminalität interessierte. Das kann man jetzt total gesellschaftskritisch hinterfragen, verurteilen und be-aufschreien oder aber sich in herrlicher Erleichterung über 1. die Entdeckung dieser saucoolen, im Sessel rumlümmelnden Frau freuen und 2. endlich aufatmen, dass auch andere Kinder Schweine sind, die mit ihren Puppen Sachen machen, die besser kein Erwachsener erfährt.

Pupsfilter

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Illustration: Julia Schubert



Vielleicht sollte man einfach gar nicht über Fürze reden. Denn dass jeder sie, äh, hat, oder macht, oder wie auch immer, ist klar. Klar ist aber auch, dass sie nie elegant sind und dass sie es auch nicht werden, ganz egal, wie emanzipatorisch man mit ihnen umzugehen versucht. Naja, wenn man jetzt aber doch mal ganz kurz darüber redet, dann muss man dabei dringend diese Unterhosen erwähnen, die ein sehr wohlmeinender, aber vielleicht nicht so weitdenkender Mensch erfunden hat: furzfilternde Unterhosen. Ganz richtig, sie ermöglichen einem ein Leben ohne Ausreden wie "Ist ja seltsam, was knurrt denn da so in meinem Dar...äh Magen, ich hab wohl schon wieder Hunger, jaja, das wird es sein!" Nur: Würde man dann nicht doch einen pupsenden Liebhaber vorziehen, als einen, bei dem überm Gürtel das Label einer Anti-Pups-Firma zum Vorschein kommt? Das stellt man sich ja dann doch ungefähr so antörnend vor wie eine Frau, die unter ihrem Chanel-Kleid lauter Fett-weg-quetsch-Unterzeug anhat... wie heißt das heuchlerische Zeug noch gleich – Shapewear, genau.

Google-Blabla

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Illustration: Julia Schubert



Ah, was haben wir denn da, unser Lieblingsthema: Sexismus! Eine Kampagne der UN gegen weltweiten Sexismus wirbt mit diskriminierenden Vorschlägen der Google-Autocomplete-Funktion zur Eingabe von "Women shouldnt". Hier und hier und anderswo mokieren sich daher gerade Stimmen darüber, wie sexistisch es in der Welt noch zugeht, denn auch, wenn man "Feminists shouldn't..." eingibt, schlägt einem der Autocomplete-Modus gar keine so schönen Dinge vor. Finden wir alles gut, weil gegen Diskriminierung und Sexismus sind wir natürlich wie jeder halbwegs denkfähige Mensch auch. Wir wollen lediglich zu Bedenken geben, dass man anhand des Google-Autocomplete-Modus zu ungefähr jedem Thema Vorschläge finden kann, die einem zeigen, wie dumm die Massen sind. Dass die Mehrheit der Erdbewohner ungebildet, vorurteilsbehaftet und unfair ist, fällt einem ja schon in der U-Bahn auf, wen wundert es da, dass sich die Sache im Internet potenziert? Man muss nur einmal Men eingeben ("Men should marry", "Men shouldnt wear shorts") oder Blondes ("Blondes shouldnt drive") oder Katzen, Hunde, Kleinkinder, Vegetarier, Fleischesser, Modeblogger, Heteros, Homos, Weiße, Schwarze - ja, man findet zu jeder dieser Gruppen herrlich bekloppte Suchvorschläge.

Entblößungsangst I

Neuigkeiten aus dem Ressort für Zwangsgestörte: Wenn du auch jemand bist, der jede SMS und jede Mail nach dem Absenden noch mal schweißgebadet im Gesendet-Ordner öffnet, oder jemand, der den Tag fürchtet, an dem irgendeine seltsame Youporn-Facebook-Kooperation selbsttätig dein Profil mit Nachrichten wie "Thomas hat diesen Monat bereits zwölf Mal 'Kinky Hardcore-Slut beats up her horny grandfather' auf youporn angesehen" fürchtet, dann wird dich diese gruselige Nachricht motivieren, deine Kontrollzwangsstörung auch in Zukunft zu hegen und pflegen: Eine Lehrerin aus dem US-Bundesstaat Iowa wollte ihren Schülern per Mail eine Matheübung zukommen lassen, hat sich aber irgendwie verklickt und stattdessen einen privaten Mitschnitt eines Cybersex-Videochats zwischen ihr und ihrem Freund versendet. Wargh!

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Illustration: Julia Schubert




Entblößungsangst II

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Illustration: Julia Schubert



Bleiben wir noch kurz beim Thema. Man braucht eigentlich keine Studien, um festzustellen, dass Liebende sich, solange die Liebe anhält, blind vertrauen. Das ist romantisch und großartig. Aber es ist auch sehr gruselig. Denn ob man aus Versehen mit einem menschlichen Monster zusammen war, erkennt man dann meistens erst hinterher, wenn man einander nicht mehr schöne Kinder und ewiges Glück wünscht, sondern den Ruin. Und für rachsüchtige Monster ist das Internet ein fruchtbarer Acker. Eine Studie des Anti-Virus-Software-Herstellers McAffee hat jetzt aber dennoch erforscht, dass die größte Gefahr für deinen persönlichen Datenhaushalt nicht die NSA, sondern dein/e Ex ist. In einer Grafik (die nebenbei bemerkt eher wie eine Benutzungsanleitung für Tampons aussieht) erklärt McAffee deshalb, wie man eine ungewollte Karriere als Web-Pornosternchen von vorneherein vermeidet.


Text: martina-holzapfl - Fotos: jezebel.com, crackajack.de, unwomen.org, gawker.com, blogs.mcafee.com

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