Das neue XXX und anderer Pixelporno

Diese Woche klärt die Topsexliste botanische Rätsel rund um obszöne Kakteen und geht mit Tiger Woods in einen 18-Loch-Bumsschuppen.
fabian-fuchs

Meine Güte, das Leben im Topsex-Ressort ist auch kein Zuckerponyschlecken. Die Nachrichtenlage in Sachen Untenrum ist derzeit so dünn, dass wir uns schon darüber freuen, wenn wir im Programm Word mal das altmodische Wort „Disko“ in den Thesaurus eingeben dürfen. Was wird da als Synonym empfohlen? Ha!  

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Illustration: Julia Schubert



Das Wort „Bumsschuppen“ erheitert uns zumindest solange bis die Post kommt und die neuesten Novitäten vom Schwarzkopf&Schwarzkopf-Verlag bringt, dessen Katalog sich fast schon obszöner liest als das, was wir als Kinder im Altpapier gefunden haben (übrigens ist das die Nr.1 der Sex-Initiationsmythen!)  

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Illustration: Julia Schubert



In diesem Fall sind im Paket die Bücher „Bester Sex 3“ und „Seitensprünge 2“. Das nennt man Ausreizen auf niedrigem Niveau. Wie in den zahllosen anderen Publikationen gleichen Inhalts auch, erzählen wieder 33 topglaubwürdige Autoren wie sie es mal so richtig krachen ließen. Praktisch ist, dass die Geschichten sehr kurz und nur um das Wesentliche herumgestrickt sind, also sehr gut für das kleine Kopfkino zwischendurch, wenn man mal wieder total vergessen hat, wie feucht die Studentin Miriam schon beim Duschen wird.  

Moment mal, zusammenhanglose Sexhappen, die uns unter einem hanebüchenen Obertitel verkauft werden - das kennen wir doch vom guten alten Pornofilm. Den hat inzwischen auch die Minecraft-Bewegung entdeckt und auf ihre leicht unbeholfene Art diesen Meilenstein der Lust gebastelt.  

mal vorbeisörfen und für 100 Dollar seine drei X einkaufen.

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Illustration: Julia Schubert



Etwas harmloser als die Welt der hochfinanziellen Pornographie ist das, was die Google Bildersuche ausspuckt, wenn man probehalber und rein intuitiv das Kunstwort „Cocktus“ eingibt. Ganz viele Kakteen, die aussehen wie Bimmelkoschs! Herrje, hat die Pflanze deswegen ihre Stachel, weil sie sonst äh, einfach zu lecker wäre? 

So, mit ein bisschen wehmütigem Herumtreiben in den „alten“ Rotlichtvierteln des Netzes, ist auch schon wieder der Nachmittag rum und als Betthupferl denken wir darüber nach, ob der Spitzname „Schniedel Woods“ für den frischverliebten Tiger Woods (sie ist 22) nicht doch eine außerordentlich hübsche Sache ist.

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