Genitalien an die Waffen!

Und andere Denkwürdigkeiten aus der Welt und ihrer Sexabteilung.
meredith-haaf

Was wäre die Sexliste ohne die eine oder andere schmackhafte Kondomnachricht?

Nichts, gar nichts. Deswegen möchten wir kurz darauf hinweisen, dass es echt nicht witzig ist, Kondome mit Mehl zu füllen und dann mit ins Flugzeug zu nehmen. Profitabel kann es allerdings unter Umständen sehr wohl sein.

Das weiß niemand besser als eine US-amerikanische Studentin, die mit ihren Kommilitonen solche Mehlbeutel als Stressabbauapparat genutzt hatte. Sie fand das lustig und wollte die Dinger ihren Freunden zu Hause zeigen. Unangenehmerweise hielten die Sicherheitsbeamten am Flughafen Philadelphia das weiße Pulver für Drogen, und machten sich drei Wochen lang nicht die Mühe, ihre Vermutung auf Richtigkeit zu überprüfen. So lang saß die junge Dame dann auch im Gefängnis. Ein Gericht sprach ihr jetzt 180.000 Dollar Schadensersatz zu.

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An anderer Stelle haben wir schon einmal von dem Selbstverteidigungskondom Rapex berichtet. Die Südafrikanerin Sonette Ehlers hat das Abwehrpräservativ vor anderthalb Jahren der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt. Mitte April soll es jetzt tatsächlich auf den Markt kommen, die Massenproduktion findet gerade in China statt.

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Illustration: Julia Schubert

Rapex ist gedacht vor allem für Frauen, die sich einer erhöhten Gefahr der Vergewaltigung ausgesetzt sehen. Die Latexkonstruktion wird vaginal eingeführt. Versucht jemand, eine Rapexträgerin zu vergewaltigen, beißt das Kondom zu: Es ist nämlich mit mehreren Reihen fischzahnähnlicher Zacken ausgestattet, die sich im eindringenden Penis verhaken und nur durch einen medizinischen Eingriff entfernt werden können. Nach wie vor ist Rapex äußerst umstritten, Frauenrechtsorganisationen warnen vor einem gesteigerten Aggressionspotential der Täter, die erst recht in Rage geraten könnten in Anbetracht einer Frau, die es wagt, sich gegen sie zu wehren. Hinzu kommt, dass die Bewaffnung der weiblichen Genitalien auch in gewisser Weise eine Kapitulation vor sexueller Gewalt signalisieren könnte. Im Großen und Ganzen löst Rapex nämlich gar nichts, erst recht nicht in einem Land wie Südafrika wo Gewalt gegen Frauen fast endemische Ausmaße annimmt. Aber es tut Vergewaltigern ziemlich weh – und liefert Frauen wenigstens die Option, sich zu wehren. Allein das ist schon ein Wert an sich.

Weiter gehts mit sexuell aufgeladenen Netzneuigkeiten

Sexy Internetquatsch

Wenn wir ehrlich sind, werden wir das Phänomen Second Life in diesem Leben weder verstehen noch für gut heißen. Dennoch entbehrt es nicht einer gewissen Faszination. Gemeinsam mit dem Phänomen ebay befördert es den ganzen geballten Wahnsinn der Menschheit mit verlässlicher Regelmäßigkeit ans Licht. Zum Beispiel, wenn ein unbekannter Käufer 50. 000 US-Dollar in Bar zahlt für einen Second Life-Sexshop, den er auf ebay gefunden hat.

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Und dann ist dieses ganze wilde Internet wieder richtig super. So demonstriert von einem Grafiker, der die MySpace-Seite des US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain auf perfide Weise manipuliert hat.

McCain galt bis vor etwa einem Jahr als Republikaner der gemäßigten Sorte. Mittlerweile hat er sich aber ins kreutkonservative Falkenlager geschlagen und mit Statements profiliert wie etwa: „Ich habe gar nichts gegen homosexuelle Hochzeiten. Wenn die Leute gerne eine kleine symbolische Zeremonie abhalten möchten, warum nicht. Nur finde ich nicht, dass die homosexuelle Ehe legal sein sollte.“ 

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Illustration: Julia Schubert

Es stört ihn aber scheinbar nicht, wenn seine Mitarbeiter geklaute Templates verwenden, um seine MySpace-Seite zu gestalten. Der geprellte Grafiker rächte sich, indem er eine kleine Nachricht an McCains Befürworter in die Seite einbaute: „Liebe Anhänger, heute verkünde ich, dass ich meine Position geändert habe und von nun an die Homo-Ehe befürworte. Vor allem zwischen leidenschaftlichen Frauen.“ Wie sagt man dazu im Internet: lol, rofl?

 

Wenn du jetzt umblätterst, gibt es brandaktuelle Busennews

 

Brüste für die Welt

Wie es sich gebührt, haben wir zum Abschluss noch ein paar Sätze über Brüste zu verlieren.

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Zum einen gibt es Nachrichten aus der Silikon-Branche. Die verzeichnet nämlich einen deutlichen Anstieg ihrer Verkäufe. Immer mehr Frauen, die schon idiotisch genug sind, sich die Brüste vergrößern zu lassen, entscheiden sich jetzt auch zu allem Überfluss für das Modell riesenhaft-bizarr. Und wem haben wir diesen Trend zu verdanken: Unser Lieben Frau Pamela Anderson.

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Illustration: Julia Schubert

Die Patin des Atombusens hat es so ziemlich eigenhändig geschafft, den Phantasievorbau salonfähig zu machen. „Immer mehr Frauen wünschen sich heute, sie hätten damals ein größeres Silikonimplantat gewählt“, heißt es in der Meldung des australischen Nachrichtendienstes news.com.au Wie so oft in der Geschichte des Schönheitsideals hat sich also das Freakige zum Vornehmen gemausert. Mit dem Unterschied, dass sich Frauen mittlerweile dafür aufschneiden und ungesunde Substanzen einsetzen lassen. Fazit für die zweite Hälfte unseres Jahrzehnts: Es wächst nicht nur der durchschnittliche Busen, sondern auch die Blödheit.

 

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Zum anderen ist da das britische Prinzenbruderpaar. Für alle Nicht-Initiierten: Da gibt es den großen, braven William, der früher mal ganz niedlich aussah, beim Volk auf Grund seiner Vernunft und Großzügigkeit sehr beliebt und so gut wie verheiratet mit seiner Freundin Kate Middleton ist. Und dann gibt es den kleinen Tunichtgut Harry, der vor allem für ein Hitler-Faschingskostüm, diverse Saufgelage und seine leicht trashige Freundin Chelsy Davy bekannt ist. So. Nun ist das passiert, was sich alle kleinen, ungezogenen Brüder wünschen: Der Große hat’s versemmelt. Aber so was von.

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Illustration: Julia Schubert

Letzten Freitag nahm William nämlich in einer Bar einige Stamperl Sambucca zu viel zu sich und traf auf ein zierliches, aufgeschlossenes Mädchen. Als sie ihn um ein gemeinsames Photo bat, sagte der freundliche Herr Windsor nicht nein, sondern legte erst einen Arm um das Mädchen und dann eine Hand auf ihre rechte Brust. Das Bild gelangte natürlich auf direktem Weg in den britischen Boulevard, gemeinsam mit einem ausführlichen Erfahrungsbericht des Mädchens, welches im Übrigen topgute Laune hat.

Anders ergeht es da vermutlich der künftigen Prinzgemahlin und der königlichen Familie. Wir müssen aber gestehen, dass wir noch nie so viel Sympathie für William empfunden haben, wie heute. Auch wenn das immer noch nicht viel ist und der Typ bei all seinen blauen Blazern ein ganz schöner Proll sein muss.

 

Bilder: Reuters, dpa, www.towleraod.com, Reuters

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