Jungfräulich und geschmackvoll: die Topsexliste

Unsere Maßnahme gegen das Sommerloch heißt: Sex. Zur Not auch mit Viagra-Paste.
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Like A Virgin Crème, die Orangenhaut schmelzen lässt. Pillen, die die Potenz steigern. Tropfen, die Jungfräulichkeit schenken. Bitte? Liquid Virgin wird auf, ähm, in die entsprechende weibliche Körperregion getröpfelt und verspricht „a tight, wet feeling“. Enthält neben Chemie, Chemie und Chemie ein Festigungsmittel aus der Lebensmittelindustrie. Die Frage, die sich nun stellt: Was passiert mit anderen Körperteilen, die in Berührung mit dem Wunderwasser kommen? Besser nicht drüber nachdenken. Zusammengezogen, aber frisch? Dafür lieber Klosterfrau Melissengeist. Oder so.

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Illustration: Julia Schubert

Sexsülze Viagra kennt jeder. Vom Hörensagen, versteht sich. Neu und unbekannt hingegen ist Oral Jelly, ein angeblich potenzsteigerndes Gel aus Tüten. Aufreißen, Mund auf, reinpressen, schlucken. Wie Sex also. Geschmacksrichtungen gibt es viele: Ananas, Orange, Banane, Vanille und Minze. Kleines Tütchen, großer Spaß? Zweifelhaft. Die Potenzpaste ist in Deutschland verboten, ihre Wirkung umstritten und Oral Jelly kriegt man nur von amerikanischen Internethändlern. Oder in dubiosen Fitnessstudios. Als Gratis-Extra zu Clenbuterol quasi. Lieber lassen. Lesbische Einrichtung Das dorfbekannte Möbelhaus Wolber will dem Provinzkosmos Minkelfeld entfliehen und vertraut auf den immer noch funktionierenden Schlachtruf „sex sells“: Im erstaunlich professionellen High-End-Werbefilm knutschen zwei Frauen ungehemmt. Sieht gut aus. Ästhetisch. Und nicht nach Provinz. Aber worum geht’s eigentlich? Na um den Sessel, auf dem die Beiden sitzen! Ein Schelm, wer darauf nicht gekommen ist. Und ein Idiot, wer sich den Werbespruch ausgedacht hat: „Über Geschmack lässt sich streiten, über Stil nicht.“ Homophob? Nein, einfach nur provinziell. Mission: gescheitert. Und bevor ich es vergesse: Minkelfeld ist ein Ortsteil von Kerben. Achso, Kerben.

Wilde Liebesspiele Model, Ex-Liebe von Herzerwärmer Jude Law und Schauspielerin Sienna Miller (ab Donnerstag übrigens in "Factory Girl" als Andy Warhols Muse Edie Sedgwick zu bewundern) hat jetzt den britischen Medienkonzern "News International" wegen Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte verklagt. Die Boulevardblätter "News of the World" und "The Sun" sowie die Bildagentur "Big Pictures" hatten Paparazzi-Bilder veröffentlicht, die die Schöne während eines Badeurlaubs im italienischen Amalfi mit Balthazar Getty, Urenkel von Öl-Tycoon Jean Paul Getty, zeigen. Auf den Fotos geben sich die barbusige Miller und der Millionenerbe angeblich einem wilden Liebesszenario hin. Na dann: good luck, girl! Nacktturnen Englische Olympioniken go FFK: Für eine Werbung des Sportgetränks Powerrade ließen sich Radfahrerin Rebecca Romero, Dreispringer Philipps Idowu und Schwimmer Gregor Tait von Modefotograf und Schriftsteller Nadav Kander nackt fotografieren. Keinesfalls pornografisch, durchaus erotisch, vor allem sportlich, denn die Kampagne steht unter dem Claim „Power und Kraft“. Cathryn Sleight, Marketing-Leiterin für Coca-Cola in Großbritannien: „Jeder kennt Sportler im Wettbewerb. Wir wollten den Menschen die reale ‚Ausstattung' eines Athleten zeigen.“ Den Dreien ist eine Medaille sicher. Zumindest in der Disziplin Optik.

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Illustration: Julia Schubert

Oral mal anders Eine Blondine leckt sich genussvoll durchs Hotelzimmer. (Nein, nicht Paris Hilton.) Nichts bleibt verschont: Löffel, Schranktür, Toaster, Telefon, Duschvorhang und – ja, wirklich – die Klobrille. Sieht eklig aus. Sieht nach Hepatitis aus. Und vor allem nach einem weiteren Phänomen des "viral marketing". Denn der hemmungslose Zungenspaß dient als Werbung für die amerikanischen Extended Stay Hotels, die bekannt sein wollen für: very clean rooms. Aha. Alles ganz harmlos also. Und nachdem man es verstanden hat sehr witzig. Trotzdem bitte nicht nachmachen.

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