Porno-Kickstarter und Vaginapoesie

Was haben Intimcreme und "Shades of Grey" gemeinsam und wie müsste Barbie aussehen, um aufrecht stehen zu können? Das und mehr in der Topsexliste.
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Was man so unter Tabubruch versteht

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Illustration: Julia Schubert


Als Frau kann man sich ja alles Mögliche in den Intimbereich schmieren, von dem der Hersteller behauptet, es mache besser/schöner/weicher/feuchter/whatever. Zum Beispiel eine Creme gegen Trockenheit. Die wird gerade mit obiger Anzeige beworden, weil angeblich sowohl „Shades of Grey“ als auch „Vagisan FeuchtCreme“ Bestseller sind und Tabus brechen. Eine bessere Welt dank Soft-Sadomaso-Porno und Intimcreme? Sibylle Berg ist da mehr als skeptisch. Sie twitterte: „wenn mal ein buch von mir mösencreme bewerben hülfe, erschiesst mich!“  

Hoden, früher
Von Sibylle Berg muss der Gedanke nicht weit schweifen, um auf Spiegel Online zu landen, und dort haben wir kürzlich einen interessanten Artikel über Hoden gelesen. Der basiert auf dem Aufsatz einer Doktorandin über die Gedanken der alten Griechen und Römer zu diesem Thema. So dachte man beispielweise, die Hoden seien direkt mit dem Kopf verbunden. Aristoteles glaubte, der Samen sei umgewandeltes Blut (das wiederum aus Nahrung gekocht wurde) und die Hoden seien nicht mehr als „Gewichte“, durch die die Samenleiter ordentlich gefaltet würden. Eigentlich schade, dass man heute schon alles über Hoden weiß, wo es doch sicher viel Spaß macht, darüber zu spekulieren, wofür sie wohl gut sein könnten!  

Erste gemeinsame Wohnung

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Illustration: Julia Schubert


Nach Vaginen und Hoden nun beides vereint in Form heterosexueller Paare. Zu denen gibt es mal wieder eine neue Studie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welche Erwartungen männliche und weibliche Partner haben, wenn sie eine Wohnung teilen. Und das Ergebnis ist ein bisschen traurig: 52 Prozent der unverheirateten Männer, die mit ihrer Freundin eine Wohnung teilen, sagen, dass sie sich nicht ganz sicher sind, ob ihre Beziehung von Dauer ist, 41 Prozent fühlen sich nicht komplett gebunden – bei den Frauen liegen die Werte hier bei 39 und 26 Prozent. Das bedeutet wohl: Obacht, junge Damen, wenn ihr mit eurem Freund zusammenzieht, eventuell öffnet sich dann beizeiten die Erwartungsschere. Was aber helfen könnte: Vorher einfach mal drüber reden, was man sich so vorstellt.  

Den BH wegklatschen
Zwei Jahre lang hat Randy Safran, verantwortlich für den Technik-Bereich des DIY-Blogs „Instructables“, herumgewerkelt, nachdem er einen „Clap-Off-Bra“ auf einem Basar in Syrien entdeckt hatte, wo man damals anscheinend ziemlich weit war mit der Entwicklung technischer Unterwäsche. Der BH funktioniert so: Man klatscht in die Hände und dann fällt er einfach so von den Brüsten. Praktisch. Der erste Prototyp, den Safran entworfen und dessen (komplizierte) Bauanleitung er veröffentlicht hat, ist bereits zwei Jahre alt, wird aus irgendeinem Grund aber gerade durchs Internet gereicht. Wir reichen mit und sagen: Baut das mal, wir sind gespannt!  
http://vimeo.com/19777275

Untenrumgedicht
In Texas wird gerade um ein neues Abtreibungsgesetzt gestritten, nach dem die meisten Abtreibungen nach der 20. Schwangerschafswoche verboten und fast alle Abtreibungskliniken im Bundesstaat geschlossen würden. Die Abgeordneten mussten ihre Stellungnahme dazu abgeben und eine Frau hat das in Form eines Gedichts getan. Es heißt „If My Vagina was a Gun“ und die Aussage ist etwa: „Wenn meine Vagina eine Waffe wäre, dann würdet ihr sie beschützen und sagen, dass sie Privatsache ist.“ Und so hört sich das in voller Länge an:
http://soundcloud.com/dsrauf/if-my-vagina-was-a-gun  

Hilf dem Porno auf die Welt!

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Illustration: Julia Schubert


Neuigkeiten aus der Business-Welt: Nach GoGoFantasy, der Crowdfunding-Seite für Pornos, gibt es jetzt auch eine ganz geschäftsmännische Kickstarter-Seite für genau dieses Genre: Offbeatr. Die Nutzer können erstmal über die verschiedenen Projekte abstimmen und nur die, die genug Stimmen bekommen, dürfen in die Geldsammelphase eintreten. Eine Autorin von „The Daily Dot“ hat sich die Seite schon mal genauer angesehen und befunden: Ziemlich mainstreamig alles und ohne die ganzen ausgeflippten Ideen, die das Kickstarter-Konzept ansonsten so hervorbringt. Eine ziemlich gruselige Idee hat die Autorin dann allerdings doch ausgegraben: Es gibt nicht nur Pornoproduktionen, die finanziert werden wollen, sondern zum Beispiel auch eine „Sex Twin Suchmaschine“. Dort kann man das Foto einer realen Person hochladen und bekommt einen Pornostar präsentiert, der ihr ähnlich sieht. Hilfe!  

Barbies aufrechte Schwester

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Illustration: Julia Schubert


Barbie, das wissen wir ja alle, würde vornüber kippen, wäre sie eine reale Person. Der Designer Nickolay Lamm hat beschlossen, das zu ändern, und sie als normale (aber immer noch ziemlich ideal proportionierte) Frau neu zu erschaffen. Dafür hat er sich an den Maßen der durchschnittlichen 19-jährigen Amerikanerin orientiert und einen 3D-Print angefertigt aus dem wiederum Barbies etwas kleinere und mit mehr Po ausgestattete Schwester entstanden ist, die definitiv aufrecht laufen könnte, wäre sie eine reale Person.  

Posterboys und -girls

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Illustration: Julia Schubert


Eine Gruppe aus Montana hat gerade eine Plakataktion gegen sexuelle Gewalt und vor allem für Umsicht unter Freunden gestartet. Die ist nett gemacht und posterklug: Provokanter Großdruck oben, erklärender Kleindruck unten. Bonus: Die Menschen auf den Postern sehen tatsächlich nett und sympathisch aus und man nimmt ihnen ihre Botschaft gerne ab.     


Text: valerie-dewitt - Bilder: Screenshots (vagisan.de, theatlantic.com, dailydot.com, mydeal.com, facebook.com/makeyourmovemissoula)

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