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Klos für die Welt - Ecological Sanitation in Äthiopien

Text: Shri
Die brauchen doch erst mal was zu Essen! Werden vielleicht einige sagen. Und vor allem sauberes Wasser, medizinische Versorgung, Arbeit...!

Aber wie so oft hängt einiges zusammen und bei genauerer Betrachtung erweist sich die Wahl der richtigen Toilette als großer Hebel, der einiges in Bewegung setzen kann. Wie das gehen soll? Die Antwort darauf heist ecological sanitation, kurz ecosan.

Um dieses Konzept zu erläutern, möchte ich gerne mit euch eine kleine, mentale Reise durch unseren Organismus veranstalten. Los get's:

Ihr nehmt ein beliebiges Nahrungsmittel auf, zerkaut es genüsslich und leitet es durch kunstvolle Peristaltik an euren Magen weiter. Dort wird die Nahrung zerlegt und gelangt anschließend in den Darm. Hier teilt sich der Weg – alles flüssige und darin lösliche kriecht durch die Darmwand in die Blutbahn. Alle Salze dir wir nicht brauchen werden in den Nieren wieder aussortiert und gelangen über das Urin zurück an die Außenwelt, die z.B. die Gestalt eines Baumes haben kann. Der freut sich, kann er diese Salze doch gut gebrauchen!

Aber zurück zu uns: Der feste Anteil windet sich durch die letzten Biegungen und verlässt dann mit einer großen Anzahl Mikroorganismen, die uns nicht alle wohlgesonnen sind, unseren Organismus. Durch einen anderen Ausgang versteht sich.

warum also "Fest" und "Flüssig" wieder mischen und womöglich noch mit kostbarem Wasser verdünnen?

Wo "Flüssig" doch der ideale Dünger ist und "Fest" uns krank machen kann und unser Wasser kontaminiert!

Mögliche Lösung des Problems: das Trockenklo. Das Trockenklo hält "Fest" und "Flüssig" getrennt, so wie sie uns getrennt verlassen. Das Trockenklo trocknet "Fest". Bei einem Wassergehalt von weniger als 25% sterben die Mikroorganismen, Würmer und Fliegenlarven und es stinkt auch nicht mehr, ja, es riecht am Ende angenehm nach Waldboden.

"Flüssig" erhöht die Erträge des urbanen Gärtners und "Fest" verbessert seinen Boden – es gibt mehr Nahrung, das Trinkwasser bleibt sauber, Durchfallerkrankungen gehen zurück und nebenbei entstehen sogar neue Arbeitsplätze.

Klingt nach einem happy end a la Hollywood. Und doch ist es nicht so realitätsfern, in einigen Teilen der Welt werden Trockenklos schon lange erfolgreich eingesetzt; in Vietnam zum Beispiel, dort wo das moderne Trockenklo vor 60 Jahren erfunden wurde.



Im süden Äthiopiens soll nun eine ganze Stadt ecosan werden und ich darf für drei Monate dabei sein, beim Rosa-Projekt in Arba Minch, zusammen mit Dovilè aus Litauen und David aus Frankreich. Ermöglicht hat uns das GLEN das Global Education Network.



Und ihr könnt auch dabei sein, wenn auch leider nur virtuell. Von hier auf Jetzt!





Ein Projekt von







Aufenthalt ermöglicht durch







motiviert von











...and an English version for my glennies!



Toilets of Change – Ecological Sanitation in Ethiopia



First they need some food! Some may say. And before all clean water, medical aid, jobs…!

But as so often, things are all connected and if you look closer, selecting the right toilet can work like a big lever that can set the ball rolling. How this should work? The answer is called “Ecological Sanitation”, in short ECOSAN.

To illustrate the concept, imagine what happens with the food that travels through your body after intake: it splits up into a liquid part, containing most of the salts and no pathogens, leaving the body through one exit. It contains salts that can be also found in commercial fertilizers. Meanwhile a more or less solid part leaves through another exit. It may contain a lot of pathogens that can spread, if it comes in contact with water.

Why should we mix “liquid” and “solid” again and dilute it with valuable water?

Were “liquid” is an ideal fertilizer and “solid” can make us sick and contaminates our water!

One simple solution to this problem is the dry toilet. The dry toilet keeps “liquid” and “solid” separate, as they leave us separated. The dry toilet dries “solid”. As its water content drops below 25%, most microorganisms, worms, fly eggs etc. die and there will be no odor, yes, at the end it will smell like forest soil.

“Liquid” will help the urban gardener to reach better yields, while dried and composted “solid” enhances the soil – there will be more food, drinking water will stay clean, water borne diseases will decline and by the way even new jobs will evolve.

This may sound like a happy end a la Hollywood. And still, it is not entirely far from reality, in some parts of the world, dry toilets are used successfully since a long time, for example in Vietnam. Here, the modern dry toilet was invented 60 years ago.



In the south of Ethiopia, a whole city shall now become ECOSAN. And three young Europeans will participate there for three months at the ROSA-project in Arba Minch, as a part of GLEN, the global education network.

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