Besser als "Up In The Air" - Jason Reitmans privates Roadmovie

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Seit diesem Donnerstag läuft „Up In The Air“ in den deutschen Kinos und seit einigen Tagen ist der Film auch für etliche Oscars nominiert. Die Geschichte, die, laut Regisseur, auf George Clooney maßgeschneidert wurde, handelt vom perfekten Businessmann, der das ständige Unterwegssein im Flugzeug, Taxi und Hotel bis zur Perfektion verfeinert hat – und den nichts anderes interessiert, als die geflogenen Meilen in seinem Vielfliegerprogramm. Dieser kühle-konzentrierte Selbst-Logistiker hat einen ebenso kühlen Job: Er entlässt Angestellte in Firmen, stellvertretend für die eigentlichen Vorgesetzten. Eine Dienstleistung, die gerade in Krisenzeiten Hochkonjunktur hat. Um den perfekten Bildern von Clooney in perfekten Anzügen, wie er auf unsichtbaren Pfaden durch die Flughäfen steuert, noch Handlung mitzugeben, bekommt der Vieflieger zwei Frauen an seine Seite, die ihn auf unterschiedliche Weise buchstäblich erden werden. Der Film wird also eine Mischung aus harmloser Liebesgeschichte und Lost-in-Translation-artiger Erwachsenenstory. Am Ende bleibt das Gleiche übrig wie nach einem langen Flug: trockener Mund und ein paar Sonnenstrahlen. Regisseur Jason Reitman (33) macht damit also nicht ganz zwingend sein großes Sympathiekonto noch voller, das er nach Film wie Juno und Thank You for Smoking zweifelsohne hat. Das gelingt ihm diesmal eher mit diesem kleinen Film, den er von seiner PR-Tour rund um die Welt gedreht hat, die zu einem Hollywood-Schlager eben dazugehört. Wenn man sich diese absurde Ansammlung von Journalisten und Hotelräumen betrachtet, dann hat man irgendwie ein viel echteres Gefühl vom Untergwessein, als es der ganze „Up In The Air“-Streifen erzeugen kann. Den kann man sich aber natürlich trotzdem noch ansehen.

Lost In The Air: The Jason Reitman Press Tour Simulator from Jason Reitman on Vimeo.

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