Die Party der Zukunft

Raus aus den Clubs, raus auf die Straße! In Kanada sind "Decentralized Dance Partys" gerade überaus angesagt.
maria-freilich

Die Party des nächsten Jahrzehnts wird eine Mischung aus Flashmob, Eurodance und Hipstertum sein: Verrückte Leute rotten sich spontan in Großstädten zusammen, verkleiden sich als Bananen oder Aliens und tanzen auf der Straße.

So zumindest propagieren das die zwei Kanadier Tom Kuzma und Gary Lachance. DDP, Decentralized Dance Party, nennen die beiden die Party Revolution. Eine DDP lebt davon, dass die Teilnehmer ihre eigene tragbare Stereoanlage, die Boombox, mitbringen. Die wird dann auf die Frequenz des DJs eingestellt. Die Party ist so nicht mehr auf eine Soundquelle beschränkt, sondern findet dezentralisiert statt. Das funktioniert übrigens auch mit Radiowecker und Kofferradios. So kann innerhalb kürzester Zeit ein ganzes Viertel in ein Riesenclub umfunktioniert werden.

Im Unterschied zum Flashmob, der sich ja nach kurzer Zeit wieder auflöst, bleibt die DDP länger an Ort und Stelle. Wer mitmachen will, muss nicht unbedingt seine eigenes Radio mitbringen, aber wer möchte, bekommt auf der Website Tipps dazu, wie man das Gerät am besten präpariert. Das Projekt ist unkommerziell und finanziert sich nur über Spenden. We will martyr ourselves in the name of the Party, schreiben die beiden auf www.decentralizeddanceparty.com. Gary und Tom spielen laut eigenen Angaben am liebsten Eurodance und Booty Bass, was aber anscheinend sich nicht negativ auf die Beliebtheit der Decentralized Dance Partys auswirkt. Zumindest in Kanada hat das Konzept der beiden funktioniert.

Tom und Gary starteten ihre erste DDP mit 20 Teilnehmern, sechs Monate später tanzten bereits 20.000 mit. Das Video der Woche dokumentiert den Aufstieg der denzentralisierten Party. 

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