Freunde der Antimaterie, lauscht dem Protonenrap!

Genf: Ein Teilchenbeschleuniger geht in Betrieb, der uns entweder viel neues Wissen oder ganz viel Umstände bereitet. Was das Ding soll, wird in einem engagierten Physikvideo erklärt
peter-wagner

Angeblich geht am Mittwoch die größte Maschine in Betrieb, die Menschen je gebaut haben - sagen die Baumeister vom Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik CERN in Genf. Dort wird jetzt ein Teilchenbeschleuniger angeworfen, der im Grunde ein 27 Kilometer langer Ringtunnel ist. In diesem Tunnel können die aufgeregten Physiker Miniteilchen namens Protonen fast auf Vollgas, also fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und – jetzt kommt’s - aufeinander krachen lassen. Die Forscher scharren in Erwartung der Teilchenparty schon mit den Schuhen, sie wollen ja den Urknall verstehen und wie das Leben und der Raum und die Zeit und diese ganzen Sachen um uns rum entstanden sind. Deshalb haben sie lange auf diesen Tag namens Mittwoch gewartet, an dem die ersten Vorbereitungen für Protonenkollisionen beginnen, bei denen irgendwann im Kleinen der große Urknall von vor ziemlich vielen Milliarden Jahren nachvollführt werden soll. Aber hey!, sagen nun ein paar Menschen, die Ahnung von der schwarzen Materie haben, die bei solchen Knallprojekten entstehen kann: Das ist gefährlich! Tatsächlich kann es sein, dass bei dieser Teilchenklauberei kleine schwarze Löcher entstehen, die aber angeblich nach Fuzziminibruchteilchen von einer Sekunde zerstrahlen. Haha!, schreien da die Kritiker, unter ihnen Otto Rössler, Professor und Chaosforscher an der Uni Tübingen. Er sei sich da nicht besonders sicher, dass diese etwaigen schwarzen Löcher auch wieder verduften und beschreibt eine dunkle Vision. Diese Löcher, einmal entstanden, könnten entwischen, vielleicht Richtung Erdmittelpunkt und unterwegs immer fetter werden, sich mit Materie mästen und irgendwann diesen ganzen Saftladen namens Erde in sich ziehen. Quatsch, sagen da wieder die CERN-Leute und erklären die Ungefährlichkeit des Versuchsaufbaus, der den Namen "Large Hadron Collider" (LHC) trägt, gerne noch einmal von Vorne. Und für den Fall, dass ein Zuhörer wenig Zeit und Lust auf tiefgreifende Erklärung hat, verweisen sie gerne auf die Arbeit der 23-jährigen Wissenschaftsautorin Katherine McAlpine, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Zweck der ganzen Teilchenbolzerei in Form eines Raps zu erklären:

Weil die apokalypse-freundliche Redaktion von jetzt.de fragenden Blicks nach Genf blickt (wegen des sich mästenden Lochs): Hier die 100 Dinge, die wir vor dem großen Finale der Welt noch tun würden.

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