"The National" hilft Obama - mit einer Songspende

Wenn Musik politisch wird, wird's schnell peinlich. Dass es auch anders geht, zeigen die Herren von "The National"
peter-wagner

Es wird schnell peinlich, wenn Bands versuchen, ihr Tun und ihren kleinen Ruhm für einen höheren, vielleicht ja einen politischen Zweck herzugeben. "The National" machen jetzt mal vor, wie galant es gehen kann, wenn man etwa als Indie-Band eine eigene Kerbe ins Hartholz namens US-Wahlkampf schlagen will: Erst gaben die Kerle um Sänger Matt Berninger ihren Songtitel „Mr. November“ für Mr. Obama her und verkaufen nun auf ihrer Website T-Shirts mit dem Abbild des demokratischen Präsidentschaftskandidaten, der konsequenterweise mit dem Schriftzug „Mr. November“ vorgestellt wird. Damit aber mal gar nicht genug: Seit zwei Tagen untermalt eine Instrumentalversion von The Nationals „Fake Empire“ einen Spot der Obama-Kampagne. „I don’t think I was ever this interested in the voting process“ sagt ein junger Mann in dem Filmchen und noch mehr Menschen aus Amerika sagen sehr einfache aber bewegende Dinge, die aber erst durch die Piano-Untermalung so richtig Drive bekommen. Die Leute in dem Video preisen die Graswurzelbewegung, aus der die Obama-Kampagne ihre Energie zu ziehen scheint, sie halten sich Zettel mit dem Wort "Hope" vor den Körper und scheinen sowieso erst durch Obama entdeckt zu haben, dass Politik für alle da ist:

Die milde Song-Gabe, wie sie "The National" in diesem Fall geleistet haben, erfüllt ihren Dienst vorzüglich. Und sollte es für Barack Obama im November nicht hinhauen, bleibt immerhin eine Lektion für künftige Wahlkämpfer zurück, die sich die Stütze der Populärmusik wünschen. Nachzuschlagen wäre sie dann in "Barack Obamas gesammelten Wahlkampfweisheiten" unter "Wie uns einmal The National geholfen haben".

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