Traurige Achtziger-Zitate

"Dead Disco Dancer" von O.Children strotzt vor Achtziger-Zitaten. Wir aber haben das wahre Original gefunden.
philipp-mattheis

Am liebsten möchte man diesen Balu, der da so traurig vom Tod des Discotänzers berichtet, in den Arm nehmen und ein bisschen knuddeln. Oder ihn zumindest mit einem Schulterklopfer ankumpeln und auf ein Bier einladen. Hört man Tobias von O.Children singen, glaubt man lediglich die Spitze von ganz, ganz tiefer Traurigkeit zu erfahren. Aber die fährt einem schon irgendwo in die Magengegend. In einem Interview im Magazin „Dazed and Confused“ antwortete der Sänger auf die Frage, welches Gefühl er bei den Hörern seiner Musik hervorrufen wolle mit: „horny“. O.Children ist eine kleine Band aus London, die es in dieser Konstellation erst seit etwas über sechs Monaten gibt. Ganze 300 Vinyl-Platten soll das Label Deadly People von folgendem Song gepresst haben. Das dürfte angesichts des Ohrwurmcharakters von „Dead Disco Dancer“ wenig sein.

Man möchte meinen, der Song sei ein wilder Postpunk-Mix aus Achtziger-Zitaten von Depeche Mode, Joy Division und New Order. Da sicherlich auch etwas dran. Nach einigen Herumgrübeln und Singsang in der Redaktion aber haben wir das wahre Original ausfindig gemacht: „No Milk Today“ von „Herman’s Hermit“. Ist auch sehr traurig.

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