Video der Woche: Ein mittelalterlicher Gruselcomic von Chad VanGaalen

Irgendwo zwischen großer Songwriterkunst und Hieronymus Bosch goes Pop: Der Kanadier Chad VanGaalen erschafft in seinem Keller ganz eigene Bilderwelten
xifan-yang

Chad VanGaalen sagt, dass Musik eigentlich nur ein Nebenprodukt seiner Liebe zur visuellen Kunst ist. Wenn man seine Videos sieht, scheinen die Songs im Vergleich zu den Geschichten, die er in mächtigen, bisweilen mittelalterlich anmutenden Gruselbildern erzählt, tatsächlich die kleinere Rolle zu spielen. „Molten Light“

Chad VanGaalen ist der Bilderbuchprototyp des begabten Weirdos: Schon allein sein Name weckt Assoziationen an ein uriges Kapuzenwesen, das in einer Höhle haust und in dampfenden Kesseln stinkende Kräuter zubereitet. Irgendwann zog dieses Wesen bei klirrenden Minusgraden mit seiner Gitarre in die kleine Stadt Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta und verdiente fortan sein Geld als Straßenmusiker, bis ihn Sub Pop aus Seattle unter Vertrag nahm. Eigentlich ist Chad kein uriger Typ, vielmehr sieht er aus wie der nette Standard-Indie-Junge von nebenan. Verfreakt klingt seine Geschichte dennoch: Seine vier Wände verlässt er angeblich äußerst selten, stattdessen schließt er sich lieber tagelang in den Keller ein. Dort erfindet er eigene Instrumente aus Fundstücken von der Müllhalde oder vom Wertstoffhof, schreibt Lieder, die zeitweise an die großen Momente eines Neil Young oder Nick Drake erinnern, und zeichnet, illustriert und animiert Videos, bis er vermutlich irgendwann tot umfällt. Am 9. September erscheint sein drittes Album „Soft Airplane“ auf Sub Pop. Chad hat ein paar kurze Promo-Videos produziert, eins toller als das andere. Das hier ist #2:

"Red Hot Drops", eine Single von seinem letzten Album “Skelliconnection” aus dem Jahr 2006:

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