Video der Woche: Röyksopp, perfekt in Bild und Ton

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Zu den Ereignissen, denen man als jüngerer Europäer mit einem grundgutem Gefühl entgegensieht ohne gleich durchzudrehen, gehört die Ankündigung eines neuen Röyksopp-Albums. Dieses Duo aus Bergen steht für gutverträglichen, ausgeklügelten Elektrosound, an dem man sich schwer satt hört und der eine gewisse Melancholie nicht zu kurz kommen lässt. Im Grunde machen die Norweger den Soundtrack fürs Apple-Leben: Elegant, reduziert, smart und ziemlich erfolgreich. Tatsächlich wurde auch schon eines ihrer Lieder („Eple“) für ein Apple-Programm als Soundbett eingekauft. Zahlreiche andere Schnipsel ihrer Werke sortiert das Hirn heute mit den Bildern aus TV-Spots zusammen. Wie gut, dass sich Röyksopp aber nicht nur auf diese Visualisierung verlassen, sondern ihre Videoclips mit der gleichen ästhetischen Hygiene aussuchen, wie die Spuren für ihre Lieder. Gleich mehrere ihrer Clips wurden zu Klassikern des Genres - die immer wieder grundtraurige Geschichte von „Poor Leno“ (2003 / Regie Sam Arthur) zum Beispiel:

Und natürlich die Wissenschaftsanimation eines Alltags zum grandiosen „Remind Me“ (2002/ Regie Ludovic Houplain & Hervé de Crécy), die 2002 den European Music Award als bester Musikclip gewann.

So zärtlich-narrativ geht es im nagelneuen Film (Regie: Reuben Sutherland ) zur ersten Single „Happy Up Here“ aus dem kommenden Röyksopp-Album nicht mehr zu. Aber wieder sieht man hier eine Geschichte raus, die von Zivilisationskritik und letztlich dem großen Ganzen handelt. Oder wie sind die abstürzenden Kurse in Verbund mit den durchdrehenden Computer-Icons am dunklen Himmel zu deuten? Auch was den Song selber angeht, sind sich die Norweger ziemlich treu geblieben - er dürfte problemlos in die iPod-Heavy-Rotationen dieser Welt einsteigen.

Das Album “Junior” von Röyksopp erscheint Ende März bei EMI.

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