Herzeigen: Welche Insel gibt es in deiner Stadt?

Weil das Kurzurlauben auf Inseln so erholsam ist, haben wir die schönsten, wasserumspülten Plätze Münchens ausfindig gemacht und getestet. Und welche Insel gibt es in deiner Gegend?
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Inseln im Badenburger See, Schlosspark Nymphenburg

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Illustration: Julia Schubert

Wäre als echte Insel: Eine von den Kykladen Erreichbarkeit: Prinzipiell nicht gänzlich unmöglich, aber leider verboten. Ist die Insel-Begehung legal? Das Betreten der Insel ist genauso streng verboten wie das Schwimmen in den Gewässern des Parks. Nicht mal die Schwäne darf man anfüttern, um später auf ihnen zur Insel zu reiten. Hauptattraktion: Der Baumbestand und die vielen, vielen Enten und andere Wasservögel. Umfeld: Am Badenburger See befindet sich – man ahnt es fast – die Badenburg, ein Lustschloss, das für den Kurfürsten Max Emanuel gebaut wurde und laut Beschreibung oft „Schauplatz rauschender Feste“ war. Heute kann man sich darin umschauen oder den gegenüber der Badenburg befindlichen Apollo-Tempel betrachten. Ansonsten lässt sich im Nymphenburger Park vortrefflich spazieren, denn man muss sich dort vor nichts fürchten, außer vor Nordic-Walking-Rentnerinnen, die immer wieder in Rudeln auftauchen. Nächstgelegene Erfrischungsstelle: Die Schlosswirtschaft Schwaige hat einen Biergarten und eine unheimliche Sonderveranstaltung mit dem Namen „Rausch der Sinne“. Einsamkeit in Prozent: Abgesehen von den lautstarken Enten vermutlich 85 Prozent. Was sollte man auf diese einsame Insel mitnehmen? Eine Heckenschere, um sich den Weg frei zu schneiden.


Theatron Halbinsel im Olympia-See

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Illustration: Julia Schubert

Wäre als echte Insel: Formentera, wo die Hippies noch fröhliche Urständ feiern. Erreichbarkeit: Perfekt. Es sei denn, es spielt gerade eine Band auf der Bühne, dann könnte es schwierig werden, die Halbinsel zu erklimmen. Ist die Insel-Begehung legal? Zu Fuß darf man sich selbstverständlich dorthin bewegen. Aber zur Insel schwimmen ist verboten, das Baden im Olympia-See ist nämlich zu gefährlich. Hauptattraktion: Die Ausdruckstänzer, die sich bei jedem Konzert direkt vor der Bühne einfinden und dem Befehl des Schriftstellers Mark Twain folgen und so tanzen, als würde niemand zuschauen. Wer ihnen dennoch zuschaut, weiß anschließend: das sieht nicht immer gelungen aus. Umfeld: Der Olympiapark mit seinen schönen Olympia-Gebäuden und dem Olympia-Turm ist ausgesprochen gut rasiert, und wenn einem allzu langweilig wird, kann man sich in allernächster Umgebung mittelmäßig gut bespaßen lassen in der BMW-Welt, im Sea-Life oder dem Olympia-Drehrestaurant. Nächstgelegene Erfrischungsstelle: Bei Veranstaltungen wachsen die Dönerstände wie Pilze aus dem Boden. Ansonsten gibt es auch den Biergarten an der Olympia-Halle. Einsamkeit in Prozent: 5 Prozent Was sollte man auf diese einsame Insel mitnehmen? Sonnenbrille und Strohhut, denn mit dem Schatten haben sie es hier nicht so.


Inseln auf dem Kleinhesseloher See

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Illustration: Julia Schubert

Wäre als echte Insel: Helgoland Erreichbarkeit: Eigentlich wären die Inseln im Kleinhesseloher See sehr gut zu erreichen: Für zehn Euro pro halber Stunde kann man sich beim Bootsverleih ein Ruderboot ausborgen und dann zur Insel fahren. Allerdings wird man von den Verleihern ausdrücklich darauf hingewiesen, das lieber bleiben zu lassen. Ist die Insel-Begehung legal? Im Gegenteil! Das Betreten der Inseln ist strengstens verboten, da sie unter Naturschutz stehen und als Brutstätten für die vielen Vögel dienen. Hauptattraktion: Die vielen Vögel und die schönen Bäume, die Nackerten und die Trommler in der Ferne. Umfeld: Im direkt angrenzenden Biergarten „Seehaus“ findet man stets den ein oder anderen München-Promi der Zweitliga zum Anstarren. Ansonsten kann man es den anderen Spaziergängern gleich machen und mit den Händen auf dem Rücken behäbige Runden um den See drehen und dabei die mal mehr, mal weniger sympathischen Gravuren auf den Sitzbänken entziffern. Nächstgelegene Erfrischungsstelle: Der Seehaus-Biergarten hat allerhand zu bieten und am Bootsverleih gleich nebenan kann man sich ebenfalls mit kühlen Getränken und etwas Proviant eindecken. Einsamkeit in Prozent: Vermutlich 95 Prozent, aber man traut sich ja nicht hin! Was sollte man auf diese einsame Insel mitnehmen? Ein Vogelbestimmungsbuch.


Museumsinsel

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Illustration: Julia Schubert

Wäre als echte Insel: Rügen Erreichbarkeit: Perfekt über die Ludwigsbrücke, die Zenneckbrücke, die Corneliusbrücke und die Boschbrücke. Ist die Insel-Begehung legal? Absolut! Sogar durch die Isar auf die Insel schwimmen ist theoretisch erlaubt, aber der Weg über die diversen Brücken ist mit Sicherheit die weniger anstrengende Variante. Hauptattraktion: Natürlich das Deutsche Museum mit seinen vielen Knöpfen, die man drücken kann. Umfeld: Neben dem Museum findet man auf der Insel auch noch Veranstaltungsräume, die immer wieder recht bizarre Messen beherbergen, bis vor kurzem auch ein Kino, ein paar alte Bäume und jede Menge alter Nazi-Architektur. Nächstgelegene Erfrischungsstelle: Das Museumscafe im Innenhof des Museums. Einsamkeit in Prozent: Zwei Prozent Was sollte man auf diese einsame Insel mitnehmen? Den Physiklehrer


Praterinsel

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Illustration: Julia Schubert

Wäre als echte Insel: Sylt Erreichbarkeit: Auf die Praterinsel kommt man über die Mariannenbrücke, den Kabelsteg, den Wehrsteg und die Praterwehrbrücke. Ist die Insel-Begehung legal? Absolut! Sogar durch die Isar auf die Insel schwimmen ist erlaubt, aber der Weg über die diversen Brücken ist mit Sicherheit die weniger anstrengende Variante. Hauptattraktion: Früher waren hier mal Künstlerateliers, in denen unter anderem Wolfgang Flatz beheimatet war, heute dagegen finden vor allem Partys von geldigen, aber faden Firmen statt. Außerdem befindet sich hier das alpine Museum des DAV. Umfeld: Nackerte, Isarschwimmer, Alpinisten, Veranstaltungskaufmänner und -frauen, sowie steinreiche Menschen, die immer noch nicht glauben können, dass die ehemalige Riemerschmid-Schnapsbrennerei noch nicht zu loftartigen Eigentumswohnungen umgestaltet wurde. Nächstgelegene Erfrischungsstelle: Das Museumscafe des Alpinen Museum mit seinen wunderschönen Park, in den man sich seinen Kaffee und Kuchen aus dem Museumscafe mitnehmen kann. Einsamkeit in Prozent: 15 Prozent. Was sollte man auf diese einsame Insel mitnehmen? Ein gutes Buch oder netten Besuch.


Insel im Ostparksee

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Illustration: Julia Schubert

Wäre als echte Insel: Die Rentner-Insel Fehmarn. Erreichbarkeit: Auf die Insel kommt man über zwei Brücken, die sie mit dem Festland verbinden. Ist die Insel-Begehung legal? Absolut, solange man sich über den Landweg bewegt! Schwimmern ist im Ostparksee nämlich streng verboten und macht vermutlich auch keinen Spaß. Hauptattraktion: Im See befinden sich zwei Wasserfontänen, die unermüdlich Wasser in die Luft speien. Umfeld: Der See im Ostpark ist künstlich angelegt und das sieht man ihm an: vom betonierten Ufer bis zur Doppelfontäne. Der Park selbst ist nicht besonders aufregend – am Horizont sieht man Mietskasernen und ins akkurat kurzgeschnittene Gras, das sich hügelig hinzieht, würde man sich gerne sofort legen, wenn nicht überall Entenmist lauern würde. Nächstgelegene Erfrischungsstelle: Der Michaeli-Garten, ein riesiger Biergarten mit Restaurant, sowie ein angeschlossener Kiosk, in dem es Steckerl-Eis zu kaufen gibt. Einsamkeit in Prozent: 40 Prozent, an sonnigen Wochenenden 15 Prozent. Was sollte man auf diese einsame Insel mitnehmen? Schwere Gedanken, die kann man dort gut wälzen. Jetzt bist Du dran: Zeige dem jetzt.de-Kosmos, welche Inseln du in deiner Umgebung hast - von der Verkehrsinsel über die Gemütlichkeitsinsel Sofa bis hin zur echten Insel, auf der du dich erholen kannst. Wir wollen alle sehen! Fotos mit Erläuterung bitte an die bekannte Adresse muetze@jetzt.de schicken. Einsendeschluss ist der 05. September 2010. Zu gewinnen gibt es auch wieder was.

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