Der Kampf ums Geld - Steinbrück auf Seiten der Jungen

Der Bundesfinanzminister stellt sich in der Generationendebatte auf unsere Seite: Die Jungen, sagt er, sind die Gekniffenen. Das muss sich ändern
christian-berg

Wo steht das denn? Der Satz stammt aus dem Mund des Bundesfinanzministers. Peer Steinbrück hat ihn der Frankfurter Rundschau gesagt, die mit ihm unter anderem über die Rente gesprochen hat. Steinbrück kritisierte darin seinen Kabinetts- und Parteikollegen Olaf Scholz. Der SPD-Arbeitsminister hatte eine so genannte Rentengarantie gegeben. Darauf sagte Steinbrück: "Der jetzigen Rentnergeneration geht es insgesamt so gut wie niemals einer zuvor. Und während andere um ihre Arbeitsplätze bangen, steigen in der Krise die Renten so stark wie seit drei, vier Jahren nicht."

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Illustration: Julia Schubert

Es tut gut, einen solchen Satz zu lesen. Vor allem, wenn er nicht aus dem Mund eines per Geburtsjahr berufenen Generationenkämpfer kommt, sondern vom Bundesfinanzminister. Es tut gut zu sehen, dass sich auch ein etablierter Politiker mit der Frage befasst, dass es Gerechtigkeit geben muss zwischen den Generationen. Damit macht sich Steinbrück sicher nicht beliebt in der Generation der Bild-Leser, aber allein, dass ihm das offenbar egal ist, ist beruhigend. Ja, es gibt in diesem Land immer mehr alte und ältere Menschen. Das ist toll, es ist schön zu wissen, dass die Lebenserwartung steigt. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir länger arbeiten müssen als die Generation unserer Eltern. Dass wir mehr aufbringen werden müssen, um die Standards halten zu können, die für die heutige Rentner-Generation selbstverständlich ist. Wenn man dann von der so genannten Rentengarantie hört, fühlt man sich - Steinbrück hat Recht - tatsächlich gekniffen; in nicht im guten Sinn. Wäre schön, wenn den guten Worten des Bundesfinanzministers jetzt auch ebensolche Taten folgen würden.

Text: christian-berg - Foto: afp

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