Aufgemacht und reingehört: Dizzee Rascal "Maths & English"

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caroline-vonlowtzow

Produkt: Dizzee Rascal – Maths & English (XL-Recordings)

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Illustration: Julia Schubert

Warum: Weil der mit dem Mercury Prize ausgezeichnete 21-jährige „boy in da corner“ den Hiphop weiterbringt. Dizzee Rascal hat sich verändert, aber auch das Genre, das er groß gemacht hat und das ihn groß gemacht hat, der Grime, hat sich verändert. Vor nicht allzu langer Zeit noch befürchtete man wegen des plötzlichen Hinüberschwappens dieser Musikrichtung in den britischen Mainstream den Ausverkauf des Genres, doch die Hype-Welle ist mittlerweile schon wieder weitergerollt. Grime-Urvater und Dizzee Rascal-Förderer Wiley hat mit seinem kürzlich erschienen Album sogar schon angekündigt: „Playtime is over“. Und auch Dizzee Rascal verabschiedet sich mit „Maths & English“ ein Stück weit von seinen Wurzeln und muss sich neu positionieren. Der Junge aus dem Londoner Problemviertel Bow war gestern. Wo andere sich in kleinere Nischen zurückziehen, wagt Dylan Mills alias Dizzee Rascal mit „Maths & English“ diesmal bewusst den Schritt hin zur Massenkompabilität: mehr Hiphop und Pop, eingängigere, tanz- und hörbarer Melodien, inklusive einer Kooperation mit Pop-Prinzessin Lily Allen. „Let's bringt it back to the old-school-storytellin' shit“, propagiert er denn auch in der Single „Sirens“ – mit seinen bösen, düsteren Gitarren einer der besten Songs auf dem mittlerweile dritten Album. Manchmal (Where’s Da G’s) klingt es für meinen Geschmack aber zu sehr nach dem bekannten Sound aus den USA und zu wenig nach London – und genau das war es doch, was wir an Dizzee und Co. und an Grime so liebten. Auf die Schulbank wird er jedoch nicht zurückkehren, auch wenn der Album-Titel das vielleicht nahe legt: „Maths & English ist eigentlich eine Kurzformel für Hiphop“, sagt Dizzee Rascal. „Ich schreibe meine Texte auf Englisch und die Beats sind pure Mathematik, so einfach ist das.“ Für wen: Für Leute, die die Farbe pink mögen und denen Dizzee Rascal früher zu abwegig, zu futuristisch oder zu düster war. Das Video: Dizzee Rascal, mit Preisen ausgezeichnet und mit seiner neuen Single "Sirens" sofort in den Charts, aber immer noch der Underdog und Gejagter der englischen Gesellschaft.

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