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Produkt: Der Film „Leroy“ von Armin Völckers

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Illustration: Julia Schubert

Warum: Es soll ja Jugendliche in Deutschland geben, die reden nicht über Integration und Toleranz. Die reden auch erst recht nicht über Multikulti-Gesellschaften, weil sie bereits mitten in einer leben. Wie Leroy zum Beispiel: Er ist Deutscher, wohnt in Berlin und ist ein „Schokopopp“, wie Dimi, seines Zeichens bester Freund von Leroy und Halbgrieche, das sagen würde. Politisch korrekter (und doch zugleich positiv diskriminierend): Leroy ist Afrodeutscher. Eigentlich ist das aber egal, denn Leroy ist in erster Linie nämlich 17 Jahre alt und verliebt in Eva, die mit Nachnamen Brauner heißt und vier Brüder hat, die Neonazis sind. Aus dieser Konstellation hat Regisseur Armin Völckers sein Erstlingswerk geschaffen, und es ist ihm vollkommen gelungen. Warum fällt es den Deutschen eigentlich so schwer das Wort ‚Jude’ zu sagen? Warum reden wir eigentlich von ‚den Deutschen’ und nicht von ‚uns Deutschen’? Kann man sich mit Nazis eigentlich normal unterhalten? Wer Leroy sieht, wird sich auf die Kosten von tumben Neonazis und pubertären Jugendlichen herzlich amüsieren und dabei viele Wahrheiten präsentiert bekommen. Armin Völcker spart sich die Rolle des Moralisten und geht das Thema Rassismus ganz bewusst mit Humor an. Es tut einfach gut über ‚Erbse’ zu lachen, der seinem Kampfhund ‚Goebbels’ den Hitlergruss beigebracht hat, und damit für fünf Sekunden der Star unter seinen Kameraden ist – was für ein Vollidiot! Herrlich! Wenn es jemand verdient hat ausgelacht zu werden, dann die Neonazis! Völckers macht jedoch nicht den Fehler mit seiner Häme zu übertreiben, sondern er setzt den Humor als Argument ein, als einen Grund für den Dialog zwischen Partnern, Kulturen, Hautfarben, Geschlechtern und Ideologien. Letztlich verfügt Leroy über eine sehr feinen Soundtrack: Denyo (Absolute Beginner), Clueso, Indra Afia, Afrob, Jan Delay, Nico Suave, Germany, Blumentopf, Seeed, Torch, Curse – alle steuerten, zum Großteil sogar exklusiv, Songs für den Film bei.

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Illustration: Julia Schubert

Für wen: Für jeden, der normalerweise niemals in eine Coming-of-Age-Komödie gehen würde, und sich positiv überraschen lassen will. Starttermin ist der 27. September.

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