Im Warenkorb: Die singenden Schwestern "The Pierces"

Im jetzt.de-Warenkorb liegt ein Produkt, über das gesprochen werden muss. Heute eins, das man hören sollte.
caroline-vonlowtzow

Produkt: Album Titel: The Pierces – Thirteen Tales of Love And Revenge (Lizard King Records) Warum: Weil die hübschen Schwestern Allison und Catherine Pierce aka “The Pierces” das Bindeglied zwischen “CocoRosie” und Britney Spears sind, wie die Musikzeitschrift Spex schrieb. Die erfundene Biografie der Schwestern meint man denn auch schon mal ähnlich bei den „CocoRosie“-Schwestern gehört zu haben: Aufgewachsen bei malenden und Gitarre spielenden Hippie-Eltern, die ihre Töchter zu Hause unterrichteten (vor allem in Malen, Tanzen, Singen, Kräuterkunde etc), wurden die Schwestern in frühen Jahren voneinander getrennt, weil Allison mit 16 Jahren von einer radikalen, wiedergeborene Christen-Zigeuner-Tanzgruppe entführt wurde. Während Allison mit den Zigeunern übers Land reiste und tanzend Menschen bekehrte, zog Catherine aus, um ihre Schwester zu suchen. Als sie sich endlich wieder gefunden hatten, begannen sie gemeinsam Musik zu machen.

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Illustration: Julia Schubert

Das Album der Schwestern beginnt denn auch mit einer „CocoRosie“-esken Mischung aus Flüster- und Sirenengesang, einem Leierkasten und einer nach Zirkus Roncalli und Kirmes tönenden Melodie. Das war es dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten. Nein, noch nicht ganz: Auch die Pierces leben in New York und hängen dort mit Leuten rum wie Adam Green und den Strokes (Catherine soll mit Albert Hammond Jr. von den Strokes zusammen gewesen sein), aber die Casady-Schwestern kennen sie angeblich nicht. Ab dem zweiten Lied des Albums kommt jedenfalls der Britney Spears-Faktor dazu und „Thirteen Tales of Love And Revenge“ wird zum Pop-Album. Wobei Britney Spears hier vielleicht zu negativ klingt, denn zumindest die erste Hälfte des Albums ist hat nichts mit plattem Mainstream zu tun, sondern mit dem besten, was Pop hervorgebracht hat. „Boring“, in dem die Schwestern mit dem Glamourtreiben in New York abrechnen, erinnert etwa an eine Mischung aus Miss Kittin und Madonna, „Sticks and Stones“ und „Lights On“ an die großartigen „St. Etienne“ mit Country-Einschlag und bei „Lies“ meint man plötzlich, Shakira reite leicht bekleidet auf einem weißen Schimmel durch die Gehörgänge. Die Schwestern selber beschreiben ihre Musik als „fiebrigen Zigeuner-Traum, der durch einen übermäßigen Konsum von billigem Rotwein verursacht wurde, während man einem Kabarettsänger unter Einfluss einer bösen Südstaatenhexe zuhörte“. Alles klar? Egal. Leider verliert der leicht perlende und süffige Prosecco-Pop mit den bezirzenden Schwester-Stimmen in der zweiten Hälfte des Albums etwas von seinem Zauber und verwandelt sich manchmal in ziemlich gewöhnlich klingenden Country-Pop.

Das Video zur Single "Boring" Für wen: Für Leute, denen CocoRosie zu prätentiös sind und Britney Spears zu platt.

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