Die Jugend von heute spricht

Erdbeerwoche ist ein schönes Wort. Erdbeerwoche, das klingt rot und lecker, nach Ferienjob auf der Selbstpflückplantage.
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Illustration: Julia Schubert

Falsch, ganz falsch! Gemeint ist mit diesem Begriff nämlich ganz salopp die Menstruation. Noch nie gehört? Komisch. Denn so redet die Jugend, sagt PONS. Und weil „die Jugend“ immer andere sind und auch immer anders reden, kann man den aktuellen Stand der Jugendsprache jedes Jahr im Wörterbuch der Jugendsprache nachlesen. Der Inhalt wird von Schülern zusammengetragen und eingeschickt. „Unzensiert“ prangt auf dem Cover. Das heißt, die Begriffe gelangen nach der Häufigkeit ihrer Einsendung ins Buch, unabhängig davon, was die PONS Redaktion davon hält. Heraus kommt dabei zum Beispiel „Alimentekabel“, wenn Penis gemeint ist und wo früher „Scherzkeks“ genügte, dann „du hast wohl einen Clown gefrühstückt“ folgte, sagt der junge Mensch von heute: „Du hast wohl mit Peter Lustig geschlafen“. Da kann man dann eigentlich nur hoffen, dass diese abstrakte „Jugend“ nicht wirklich so spricht. Oder Gegenmaßnahmen ergreifen: Muschelbar und Knutschkugel als Vorbilder nehmen – im übrigen die Begriffe für Shelltankstelle und Verliebte – und selbst Wörter einschicken, neologistische Basisdemokratie quasi. Das geht noch bis zum 31. August, und zwar hier. Auch schön: eine Übersicht darüber, wie sich die Jugendsprache in den vergangenen Jahren gewandelt hat.

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