Filmfest Menschenrechte

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Eine kleine animierte Comic-Erdnuss steht in einer Küche. Mit Cowboystiefeln, großem Hut und Gitarre im Arm singt sie in Johnny Cash-Manier und Südstaaten-Slang "I live the American dream". Denn der amerikanischen Erdnuss geht es gut. Gemeinsam mit ihrem Cashew- und Pistazienchor erklärt die kluge Nuss, wie schwer es andere Nüsse in Entwicklungsländern haben.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Der Kurzfilm "The luckiest nut in the world" von Emily James versucht auf unterhaltsame Art auf Probleme der Globalisierung und der Liberalisierung des Handels aufmerksam zu machen. Der Kurzfilm läuft im Programm des "Media that Matters Film Festivals", das seit 2001 jährlich stattfindet. "Wir wollten den Einfluss unabhängiger Medien fördern und Medienproduktionen, die sich mit sozialen Problemen und Menschenrechten beschäftigen, stärker in das Licht der Öffentlichkeit stellen", erklärt Wendy Cohen von der Organisation MediaRights, die das Festival ausrichtet. Festivalbeitrag deckt Menschenrechtsverletzung auf Die besten Filme werden jedes Jahr von einer Jury ausgewählt, prämiert und ein Jahr lang jeden Monat in einer anderen amerikanischen Stadt gezeigt. Die Vorauswahl für dieses Jahr ist gerade abgeschlossen, Ende März werden die Gewinner bekannt gegeben. Im Juni startet das Festival erneut. "Bis jetzt haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Immer mehr Menschen schauen sich die Kurzfilme online an oder bestellen die DVD, die alle Beiträge enthält", sagt Wendy Cohen. "Wir ermutigen nicht nur Lehrer die Filme in ihrem Unterricht zu zeigen. Auch daheim im Wohnzimmer oder am Arbeitsplatz sollen sie vorgeführt werden."

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Die Filme sind aber nicht nur gut gemacht oder interessant anzusehen, sie bewirken manchmal auch tatsächlich etwas wie der Kurzfilm "System Failure" zeigt. Der Film erzählt von Menschenrechtsverletzungen in kalifornischen Jugendgefängnissen durch die Jugendbehörde California Youth Authority (CYA). Dank seiner Ausstrahlung im California State Capitol am 19. Januar 2005 gab die Senatorin Gloria Romero fünf Tage später bekannt, dass Gesetze erlassen würden, um eine ganzheitliche Untersuchung der CYA zu ermöglichen. Keine Sendezeit für Menschenrechte Auch in Deutschland gibt es Filmfestivals, die sich mit Menschenrechten befassen: In Nürnberg findet seit 1999 das Festival Perspektive statt und seit 1998 wird alle zwei Jahre der Deutsche Menschenrecht-Filmpreis verliehen, anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte Anfang Dezember. Die Auszeichnung richtet sich aber nicht nur an Profis: Jeder kann mitmachen, denn auch in den Kategorien Amateur und Filmhochschule werden Filme prämiert, die sich in besonderer Weise mit dem Thema Menschenrechte auseinander setzen. Veranstalter des Preises sind 16 Menschenrechtsorganisationen wie das Deutsche Institut für Menschenrechte und Amnesty International. Mithilfe des Preises möchten sie das Thema Menschenrechte stärker in den Fokus der Öffentlichkeit stellen und den Stellenwert menschenrechtlicher Themen vor allem im Fernsehen aufwerten. "Nicht nur private, sondern auch öffentlich-rechtliche Sender räumen solchen Beiträgen - wenn überhaupt - nur unattraktive Sendezeiten ein", heißt es auf der Webseite. Noch bis 15. September 2006 können Bewerberfilme eingereicht werden. Hier kannst du dich ausführlicher informieren, wenn du mitmachen willst. Fotos: Screenshots mediathatmattersfest.org

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