Ruhm, Ehre und ein bisschen Reichtum: Literaturwettbewerbe im Weckruf

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Putlitzer Preis 2010

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Illustration: Julia Schubert

Der Literaturverein „42er Autoren e.V.“ schreibt den „Putlitzer Preis“ aus – benannt nach dem brandenburgischen Ort Putlitz, wo auch die Preisverleihung stattfinden wird. Bis zum 15. Oktober 2009 können Kurzgeschichten zum Thema „Essen“ beim Verein eingereicht werden. Die Texte müssen bis zu Preisverleihung am 5. Juni 2010 unveröffentlicht sein, auch online-Veröffentlichungen sind ein Ausschlusskriterium. Der Sieger erhält bei der Preisverleihung Ende Mai 2010 neben dem „Putlitzer Preis 2010“ 150 Euro, der Zweit- und Drittplatzierte gewinnen 100 und 75 Euro und die Plätze vier bis sechs 50 Euro. Außerdem gestaltet der Verein jährlich einen Autorenkalender, in dem die drei besten Texte veröffentlicht werden. Wenn du mitmachen willst, findest du weitere Informationen hier. Literaturpreis „Der Duft des Doppelpunktes“

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Illustration: Julia Schubert

Der Literaturblog duftender Doppelpunkt ruft den Wettbewerb "Der Duft des Doppelpunktes" - Literatur der Arbeitswelt“ aus. Dafür sollen bis zum 30. November 2009 Texte zum Thema „Arbeitswelt“ eingereicht werden. Mögliche Aspekte, die in der Ausschreibung genannt werden, sind z.B. „Haben Arbeitslose tatsächlich nichts zu arbeiten?“ oder „Was bedeutet Kurzarbeit?“ Den Teilnehmern ist es freigestellt, ob sie sich diesem Thema mit Prosa oder Lyrik nähern. Besonders spannend: Der Wettbewerb verläuft in zwei Stufen. In der ersten Stufe werden durch eine Jury aus den eingereichten Texten zehn Sieger ausgewählt und Anfang 2010 bekannt gegeben. Die ersten drei Plätze erhalten 150, 100 und 50 Euro Preisgeld und alle zehn jeweils ein Buchpaket. Am 1. März startet dann die zweite Wettbewerbsphase. In dieser wird jedem der ausgewählten Autoren ein Tutor oder einer Tutorin zugewiesen. Autor und Tutor sollen dann zwischen dem 1. März und dem 30. Oktober innerhalb einer maximal dreimonatigen Zeitspanne einen weiterer Beitrag verfassen. Aus diesen wählt die Jury dann die drei endgültigen Preisträger, die mit ihren Tutoren zur Preisverleihung nach Wien reisen. Dort wird auch die Anthologie vorgestellt, in der die Siegertexte veröffentlicht werden. Mehr Infos zu den Teilnahmebedingungen findest du hier. Michael-Lindner-Preise

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Illustration: Julia Schubert

Gleich zwei Preise vergibt der Verband deutscher Schriftsteller Leipzig und der Förderkreis Freie Literaturgesellschaft Leipzig anlässlich des Literaturfestivals textenet.de. Benannt sind sie nach Michael Lindner, einem heute nahezu vergessenen Leipziger Autor und, so die Ausschreibung, „unsteten Freigeist.“ Für den ersten der beiden Preise dürfen ausschließlich Tondateien der Texte von maximal fünf Minuten Länge eingereicht werden. Erlaubt sind alle Gattungen und Genres und es gibt keine Themenvorgabe. Auch beim zweiten Preis ist die Themenwahl frei, dafür sind aber die Teilnahmebedingungen eingegrenzt. Während die Hörbeiträge aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kommen können, richtet sich dieser Wettbewerb vor allem an Autoren aus dem Raum Leipzig, die mit Textbeiträgen von maximal 5400 Zeichen teilnehmen können. Der erste Wettbewerb ist mit 500, der zweite mit 100 Euro dotiert. Einsendeschluss für alle Beiträge ist der 31. Oktober 2009. Der Sieger wird bei der Abschlussveranstaltung des Festivals am 25. November bekanntgegeben. Genaueres findest du hier. Auf der nächsten Seite: Ein Interview mit den Gründern des Wettbewerbs "Antho! - Logisch?"


Die jetzt-user Jollscherl (Christiane Abspacher) und misceloneum (Marco Frohberger) schreiben den Literaturwettbewerb "Antho? - Logisch!" aus. Wir haben mit ihnen über die Idee und die Teilnahmebedingungen gesprochen. jetzt.de: Warum habt ihr einen Literaturwettbewerb ins Leben gerufen? Christiane: Gerade auf solchen Plattformen wie jetzt.de findet sich eine enorme schriftstellerische Schaffenskraft und es tut einem oft leid, dass viele gute Texte so schnell wieder in Vergessenheit geraten. Mit diesem Projekt findet zumindest eine Auswahl an Geschichten den Weg in ein gedrucktes Buch - für die Unendlichkeit, sozusagen. Ich denke, das ist eine große Chance, und auch ein nicht zu verachtender Anreiz für die Teilnahme. Um welche Form der Literatur soll es gehen? Lyrik, Prosa – oder ist das egal? Marco: Wir suchen gezielt Kurzgeschichten. In meinen Augen steckt in der Prosa mehr Potenzial als in der Lyrik. Christiane: Ich bin zwar nicht der Meinung, dass das größere Potenzial unbedingt in der Prosa liegt, aber es wäre sicherlich nicht sinnvoll, die Form von vornherein auf die Lyrik festzulegen, da sich dieser Gattung (leider) nicht mehr allzu viele junge Menschen bedienen.

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Illustration: Julia Schubert

Wettbewerbs-Gründer Marco Frohberger Das Thema des Wettbewerbes lautet „Jetzt“. Könnt ihr genauer erklären, um was es in den Texten gehen soll? Marco: Der Begriff „Jetzt“ beschreibt ja zunächst einen eng begrenzten Zeitraum in der Gegenwart, eröffnet aber zugleich inhaltlich ein weites Feld. Damit es nicht ausufert, geben wir mögliche Themenbereiche vor: Schmerz – JETZT. Wahrheit – JETZT. Sehnsucht – JETZT. Miteinander/Gegeneinander – JETZT. Diese Begriffe sollen als Orientierung dienen. Christiane: Das ist ja im Grunde auch der Kern der Kurzgeschichte: Ein Schnappschuss, eine Momentaufnahme, die in komprimierter Form wiedergibt, wie dieses eine Jetzt mit dem Leben der Person, die es erfährt, in Beziehung steht. Wie sind die Teilnahmebedingungen? Marco: Die Manuskripte sollen nicht länger sein als sieben Seiten . Wichtig ist, dass auf dem Manuskript kein Verfassername angegeben ist, damit die Anonymität gewährleistet bleibt – einfach mit einem Kennwort versehen. Natürlich müssen die Rechte am Text beim Verfasser liegen und die Beiträge noch unveröffentlicht sein. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2009. Genauere Infos findet man auf unserer Homepage. Und was gibt es zu gewinnen? Marco: Außer unendlichem Ruhm und grenzenlosem Reichtum gibt es Folgendes: Aus allen Einsendungen zum Wettbewerb wählt die Redaktion die besten Texte aus, die im Herbst 2010 in einem Hardcover-Buch in der Galerie Foerster in Fürth veröffentlicht werden. Eine Jury kürt die drei besten Texte. Ingrid Kliem vom Literaturhaus Nürnberg hat dafür ein Preisgeld in Höhe von 750,- Euro gestiftet.

Text: nadja-schlueter - Fotos: dpa, ap, privat

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