Was macht die Jugend der Welt?

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War das eine schöne Zeit, als Kanadas Jugend noch mit Holzfällen und Blaubeerpflücken beschäftigt war. Heute muss stattdessen leider zur Kenntnis genommen werden, dass 87 Prozent der kanadischen Studenten virtuellen Sex haben - das vermeldet jedenfalls eine vom eigenen Ergebnis überraschte Studie aus Toronto. Dabei genügt es 53 Prozent der jungen Ahornakademiker sich über Instant-Messenger Programme verbal zu stimulieren, während 44 Prozent immerhin noch Webcam und Telefon hinzuziehen. Kopuliert so etwa ein kerniges Naturvolk? Vergeigt hier gerade eine gesunde Nation ihr Erbgut im Chatroom? Wenn sich die Kanadier demnächst auch nur noch im icq betrinken, dann gute Nacht, Nova Scotia. Nur virtuell hätte eine Kärntner Jugendbande ihre niederen Gelüste austoben sollen – stattdessen erschlägt sie ganz in echt einen Familienvater und versenkt ihn im idyllischen Vassacher See. Dort kommt es, wie es kommen muss – ein ehrbarer Fischer fischt den treibenden Body heraus, informiert die Polizei und die ruht nicht, ehe sie die Mörderbürschlein in die grüne Minna und später ins Kittchen aka hinter schwedische Gardinen gesteckt hat. Was tun sie da? Nachdenken, und zwar über Wert und Werte, genau wie die Forscher an der Universität Tübingen, die sich vom jungen Mensch von heute die Moralpapiere zeigen ließen, um darin zu lesen: Husch, pfui, weg ist die Moral, voll da dafür die flexiblen Normen und das lockere Rechtsbewusstsein. Vor allem kleine Delikte wie Raubkopien oder beim Abbiegen nicht blinken, liegen bei den Jugendlichen laut Studie voll im Trend. Von solchem Kleinverfall ist es nur ein Hühnertapperl zu wertigeren Verbrechen, wie sie zum Beispiel ein lustiges Grüppchen von 16 bis 21 Jahre alten Menschen aus North College Hill,Cincinnati,USA ausgeheckt hat. Sie druckten täuschend echte Dollarnoten in nicht unbeträchtlicher Menge und beförderten sich damit selbst unter die oberen Zehntausend. Damit die Scheine nicht zu neu wirkten, wurden sie von den findigen Zinkern einmal in die Waschmaschine gesteckt - die bemitleidenswerten Eltern ahnten nichts von der Fälscherwerkstatt im Keller. Jetzt brät das Betrügergespann im Kerker und kommt vor Michael Himmelfahrt nicht mehr raus. Beruhigend stimmt angesichts solcher Meldung die Bilanz des Schweizer Kantons Solothurn, in dem im abgelaufenen Jahr die Zahl von neu eingegangenen Strafanzeigen gegen Kinder und Jugendliche von 2081 auf 1757 gesenkt werden konnte. Und schmunzeln darf man über die Nachricht der Qualitätszeitung Märkische Allgemeine, derzufolge sich sechs Jugendliche ängstlich in einem brandenburgischen Busch versteckten, um vom strengen „Revierpolizisten“ nicht mit einer mitgeführten „Bong“ gesehen zu werden. Was müssen da im Osten noch für prächtige Büsche wachsen, wenn sie sogar ein halbes Dutzend Pubertierender schlucken! Weniger mit Büschen aber viel mit Bush müssen sich die Jugendlichen im Irak nach wie vor auseinandersetzen. Dass sie neuerdings aber auch von britischen Soldaten Prügel zu befürchten haben, wie Videobänder belegen, gereicht weder der Queen, noch den Kanadiern, noch sonst irgendwem auf diesem verlotterten Planeten zur Ehre. Illustration: daniela-pass

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