Wohnungsschau (III): Frisches Umzugs-Chaos mit Edelkaffeemaschine

Eine Wohnung und ihre Einrichtung verrät manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besichtigt jede Woche ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren GeWohnheiten. Alle Folgen der Serie findest du im Label Wohnungsschau. Steffen ist vor einer Woche in eine circa 70 Quadratmeter große Wohnung im Münchner Westend gezogen. Er hat sie spontan von einem Freund übernommen, der mit seiner Freundin zusammengezogen ist. Die drei Zimmer mit Gang, Küche, Bad und einem ganzen Dach als Terasse kosten Steffen 350 Euro kalt.
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Illustration: Julia Schubert

Das Haus von der Straße aus. Steffens Fenster sind aber allesamt in den Innenhof gerichtet. Ein großer Vorteil gegenüber früher, wo direkt vor seinem Fenster die Straßenbahn vorbeifuhr.

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Illustration: Julia Schubert

In der Küche fehlt noch ein zweiter Kühlschrank. Bei dem bereits vorhandenen ist das Gefrierfach defekt. Außerdem trennt Steffen gerne: Ein Kühlschrank für Essen, einer für Bier.

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Illustration: Julia Schubert

Die mechanische Espressomaschine von La Pavoni hat Steffen von seinen Eltern. Pumpen muss man hier noch selber. Aber der Kaffee schmeckt, und sie ist schick.

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Illustration: Julia Schubert

Das Wohnzimmer. Hier fehlt noch eine Couch und ein zweiter Schrank. Deshalb ist die derzeitige Position auch nur vorläufig

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Illustration: Julia Schubert

Der zweite Teil des Wohnzimmers. Mit Esstisch und Gasheizung Steffen, du bist gerade ganz frisch eingezogen. Wie bist du an die Wohnung gekommen? Mein Freund Valli hat hier vorher gewohnt, mit einem uralten Mietvertrag, weswegen der Preis ziemlich human ist. Ich zahle hier kalt 350 Euro, habe aber doppelt so viel Platz wie in meiner alten, teureren WG. Würde man diesen Mietvertrag beenden, wären diese günstigen Bedingungen ein für allemal futsch. Deswegen hat der Valli jemanden gesucht, der schnell als Untermieter einziehen kann. Das kleine Zimmer will er noch behalten, quasi als Abstellkammer. Und wer weiß, vielleicht auch als Zufluchtsort. Schließlich zieht er mit seiner Freundin zusammen. Was ist der Hauptvorteil der neuen Wohnung gegenüber der alten? Die alte war einfach zu klein. Mein Zimmer hatte 16 Quadratmeter. Hier dagegen habe ich ein Wohnzimmer! Ich finde es wahnsinnig geil, diese Trennung zwischen den Lebensbereichen zu haben: Einen Platz nur zum Wohnen und Leben, und einen zum Arbeiten und Schlafen. Es ist ein Riesenplus, nicht alles im selben Zimmer zu machen. Und im Gegensatz zur alten Wohnung kann ich nach draußen – den Grill anschmeißen, mich in die Sonne setzen... Was erwartest du dir davon, jetzt alleine zu wohnen? Weiß ich noch nicht so genau. Es könnte fast ein bisschen langweilig werden. Aber auch einfacher in der Hinsicht, dass ich keine Rücksicht mehr nehmen muss. Ich kann das Geschirr mal stehen lassen, ich kann auch spät abends noch lauter Musik hören, wenn mir danach ist, ich kann rauchen, wo ich will. Auch wenn ich eigentlich vorhabe, das auf die Küche zu beschränken. Werde ich aber wohl nicht schaffen. Das mit der Rücksicht hört sich fast danach an, als könnte das Alleinewohnen schlechte Auswirkungen auf deinen Lebensstil haben. Ich sehe dich gerade zwischen Geschirrbergen verwahrlosen... Naja, ein gewisses Maß an Selbstdisziplin traue ich mir schon zu. Vielleicht tritt ja auch das Gegenteil der Verwahrlosung ein, weil ich hier mehr Bock habe, alles sauber und ordentlich zu halten. Ich glaube, ich habe hier mehr das Gefühl, in meinen eigenen vier Wänden zu leben. Deshalb wird es mir leichter fallen, Zeit zu investieren. +++ Auf der nächsten Seite seht ihr die Abstellkammer, die keine ist und die Terasse, die keine ist. Und ihr erfahrt, was Steffens Bett mit mathematischen Formeln zu tun hat.


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Illustration: Julia Schubert

Dieses Zimmer hat sich der Vormieter noch als Abstellkammer vorbehalten. Die Schränke sind übrigens alle voll. Steffen wird wohl auch noch das ein oder andere hier einlagern.

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Illustration: Julia Schubert

Das Schlafzimmer. Hier wird auch gearbeitet. Dann ist wenigstens das Bett nie weit, wenn der Text für die Uni ermüdend wirkt

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Illustration: Julia Schubert

Wohl einer der größten Balkone Münchens. Unten drunter befinden sich Büros, deren Insassen es aber nicht stört, wenn man auf ihren Köpfen herumläuft. An der Botanik will Steffen noch arbeiten: Die alten, toten Pflanzen kommen weg, an ihre Stelle kommt im Frühling ein Kräutergarten.

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Illustration: Julia Schubert

Das Bad. Wer im Stehen pinkelt, sollte sich vorher vergewissern, wer sich so auf der Dachterasse aufhält. Da geht nämlich das Fenster hinaus... Du hast gesagt, der ganze Umzug war eine ziemlich spontane Aktion. Wie hast du denn deinem alten Mitbewohner klargemacht, dass du so plötzlich ausziehst? Das blöde war, dass der gerade im Urlaub war, ich mich aber quasi sofort entscheiden musste, ob ich die Wohnung nehme. Ich habe ihn dann zuerst nicht erreicht, wollte ihm aber auch nicht im Urlaub auf die Mailbox sprechen, dass ich in einer Woche ausziehe. Aber er hat das auch verstanden. Habt ihr denn schnell einen Nachmieter für dein Zimmer gefunden? Nachdem ich das Zimmer im Internet inseriert hatte, hat es glaube ich drei Minuten gedauert, bis ich die erste Rückmeldung bekommen habe, es folgten unzählige. Waren auch viele verzweifelte darunter, die, obwohl das Semester hatte schon angefangen hatte, immer noch keine Wohnung gefunden hatten. Mal zur Einrichtung: Hast du dir für diese größere Wohnung vieles neu gekauft? Eigentlich nur den Kleiderschrank. Ich würde mir aber gerne noch einen Fernsehtisch kaufen. Ein neues Bett hätte ich eigentlich auch gerne, weil die tragenden Elemente noch immer Bücher sind, zum Beispiel alte Formelsammlungen. Ich lerne also quasi seit zwei Jahren per Osmose Mathe. So ein Umzug braucht viel Arbeit, meistens mehr als man denkt. Was hat dich am meisten Zeit gekostet? Ganz schlimm war es, den Schrank aufzubauen. Ikea-Schubladen – furchtbar. Man kapiert einfach nicht, wie es funktionieren soll. Ansonsten habe ich noch gar nicht so viel gemacht. Konnte ich auch gar nicht, weil noch alles voll mit Vallis Sachen war, als ich eingezogen bin. Und was ist noch zu tun? Eine Menge. Lampen aufhängen, den Schrank feritg bauen, Kisten auspacken, die Couch holen... Ich hätte auch gerne Vorhänge, damit das Zimmer etwas wärmer wirkt und nicht so hallt. Bilder fehlen auch noch. Was schwebt dir da vor? Ich hätte gerne was von Toulouse Lautrec. Es wird wohl generell auf Kunstnachdrucke hinauslaufen. Aber ich bin nicht bestimmte Künstler festgefahren. Wer mir also Bilder malen will, ich hänge sie gerne auf, wenn sie mir gefallen.

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Illustration: Julia Schubert

Steffen, kann jetzt draußen rauchen.

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