Die Redaktion gesteht: Unsere heimlichen Sex-Bomben

Um wen geht´s? Sahra Wagenknecht ist Mitglied der Linkspartei und des Europaparlaments für die „Vereinigte Europäische Linke“.
dirk-vongehlen

Um wen geht´s? Sahra Wagenknecht ist Mitglied der Linkspartei und des Europaparlaments für die „Vereinigte Europäische Linke“. Außerdem vertritt sie die radikale „kommunistische Plattform“ in ihrer Partei.

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Illustration: Julia Schubert

Parade-Rolle: Das menschliche Antlitz des Kommunismus, antikapitalistisches PinUp-Girl und frühreifes Früchtchen: Sie soll schon im Teenie-Alter die Marx-Engels-Gesamtwerke gelesen haben. Finde ich sexy seit… …ich sie in einer Talkshow sah, wo sie dem Greisenplayboy Rolf Eden den Kopf zurechtrückte. Der wollte sie nämlich ganz persönlich und privat von den sinnlichen Freuden des Kapitalismus überzeugen. Begründung: Die Faszination des Radikalen. Bei Sahra verbinden sich zwei Aspekte, die so gar nicht zusammenpassen wollen: Einerseits die fast schon streberhafte Alleswisserei – sie ist nie um eine Antwort verlegen. Ihr Stil ist betont korrekt, ihr Ausdruck betont emotionsarm. Auf der anderen Seite das Rebellische: die extreme alles-muss-anders-werden-Haltung, die sie unbeirrbar antreibt, sich immer neuen Diskussionen und Anfeindungen auszusetzen, in denen sie jedes Mal wieder einer Übermacht gegenübersteht. Selten wurde so sexy auf verlorenem Posten gekämpft.


Um wen geht´s? Die zweifache Weltmeisterin, achtfache Deutscher Meisterin, achtfache Pokalsiegerin, siebenfache Fußballerin des Jahres, vierfache Torschützenkönigin der Bundesliga, dreifache Weltfußballerin, zweifache Bronzemedaillengewinnerin und einmalige WM-Rekordtorschützin Birgit Prinz.

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Illustration: Julia Schubert

Parade-Rolle: Die Kaiserin. Finde ich sexy seit… … ich in der Tat mal ein Fußballspiel mit Birgit Prinz gesehen habe: Tolle Frau macht tolle Sachen, die sonst nur Männer machen – und hat dazu nicht diese randlose Theologinnen-Brille auf, die sie sonst immer trägt. Begründung: Fußball interessiert mich null: Es gibt nichts langweiligeres, als 22 Menschen dabei zuzusehen, wie sie einem Ball hinter herlaufen, bis 90 Minuten um sind und sie in bereitgestellte Mikrophone belanglose Sätze sagen, die mit „Ich sag mal“ beginnen. So dachte ich. Dann kam Birgit Prinz. Das war interessant. Das war gut. Das war sexy. Wer Birgit Prinz einmal ein Tor hat schießen und danach jubeln sehen(was eine leichte Übung ist, sie schießt nämlich in jedem Spiel welche), der weiß, wie in einer besseren Welt Fußball aussähe. roland-schulz


Um wen geht´s?: Jeanette Biedermann, der einzigen, die annähernd an die Mickey-Mouse-Clubs-Stars in den USA heranreicht

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Illustration: Julia Schubert

Parade-Rolle: Sonnenschein Finde ich sexy seit: Keine Ahnung, seit sie in Gute Zeiten-Schlechte Zeiten gespielt hat? Aber das habe ich eigentlich nie gesehen. Begründung: Ach, die Jeanette, die wird ihrem Namen ja so gerecht. Sie ist sehr nett und auch wahnsinnig bieder. Sie hat es verstanden, immer so eine zünftige, vollkommen jugendfreie Erotik zu verkörpern, ist schön bauchfrei rumgetanzt und hat in den Interviews was Freches gesagt, aber nicht zu frech. Und gerade weil das immer so clean ist, ist Jeanette viel interessanter, als irgendeine frisierte Tuba, der bei Dieter Bohlen gleich die Brust auskommt. Jeanette ist ja der Typus Klassensprecherin, über den man sich natürlich lustig macht und den man wahnsinnig spießig findet - aber wie aufregend wäre es gerade deswegen, diese perfekte Fassade flachzulegen? Superaufregend! Denkt man zumindest mal, so als Junge. max-scharnigg


Um wen geht´s?: K-Fed, beziehungsweise: Kevin Federline, seineszeichens Ex-Mann von Britney Spears

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Illustration: Julia Schubert

Parade-Rolle: Als ehemaliger Ex-Backup-Tänzer, Ex-HipHop-Verstümmler besteht seine Paraderolle darin, einen reichen Popstar geehelicht zu haben, anschließend zweimal geschwängert, darauf verlassen geworden zu sein und nun monatlich einen Scheck über 20.000 Dollar einzulösen. Hauptberuflich ist er momentan Vater seiner zwei Kinder, die er mit Britney Spears zusammen hat. . Finde ich sexy seit: er auf der Bildfläche erschienen ist, also seit ungefähr zweieinhalb Jahren. Begründung: Okay, sein Kopf ist im Verhältnis zum Körper zu klein. Okay, er kifft viel, okay, er ist bestimmt nicht besonders helle. Und okay, seit er in Britney Spears (und damit in das Leben aller Gossip-Liebhaber) getreten ist, hat sich deren äußerliches und mentales Erscheinungsbild rasant verschlechtert. Okay, er trägt Socken zu Flip-Flops. Okay, er hat vielleicht die schlechteste Platte des vergangenen Jahres produziert. Okay, er denkt, er sein ein O.G. und kommt doch in Wahrheit aus Fresno, Kalifornien. Okay, okay, okay. Trotzdem hat er irgendetwas, etwas Klitzekleines, das ihn gerade so attraktiv macht, dass man sich nicht vollkommen schämen muss, ihn heimlich gut zu finden. Wenn er lächelt, dann ist er nämlich wirklich niedlich – ungefähr so niedlich wie ein Straßenstreuner. Und man muss ihm zugute halten, dass er es immerhin zwei Jahre mit Britney ausgehalten hat. Er hat eine schlichte, aber trotzdem liebenswerte Aura. Wenn er sich gelegentlich rasiert und von Stylisten angezogen wird, sieht er sogar richtig gut aus. Und wenn ich an seinen ganzen Ärger denke und daran, dass er von Anfang an von den Fans seiner Frau gehasst wurde, dann bekomme ich ganz feuchte Augen. Und möchte ihn gerne verteidigen und ein bisschen streicheln. Und anschließend einen mit ihm durchziehen. christina-waechter


Um wen geht's?: Um den Dichterproleten Ben Becker: Schauspieler, Sänger und Sexsymbol, 42.

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Illustration: Julia Schubert

Paraderolle: Ben Becker als sensibler und intelligenter Charismatiker in Nadelstreifenanzug und lustigem Hut (trägt er immer in seinen Filmen, glaube ich) Find ich sexy seit: „Comedian Harmonists“ im Privatfernsehen ausgestrahlt wird. Begründung: Es mag sein, dass ich mit diesem Geständnis auf Unverständnis stoßen werde. Ben Becker, dieser aufgequollene, bleiche, dickliche Möchtegernkinski! Dieser versoffene Unterweltsjunkie! Doch ich kann so etwas wie Schönheit und sogar einen Funken Intelligenz entdecken in diesem –das müsst ihr zugeben- ideal proportionierten rosa-blau-gelben Gesicht. Vielleicht ist es seine Herkunft aus einer Schauspielerfamilie, seine Nähe zum Theater und vielleicht projektiere ich nur seine Filmrollen auf ihn - aber für mich ist Ben Becker nicht der randalierende Ekelalkoholiker, sondern der Literat der Arbeiterklasse: Ein richtiger Mann, der den Exzess so liebt wie die Poesie. dana-brueller Bild: ap


Um wen geht es? Michel Friedman, Rechtsanwalt, Politiker, Fernsehmoderator, 51

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Illustration: Julia Schubert

Bei Michel glänzt nicht nur die Intelligenz Paraderolle: Paolo Pinkas (gerne auch als „Paolo Pinkel“ missverstanden) – das Pseudonym, unter dem Friedman sich Kokain und ukrainische Damen bestellt hat – entschuldigt sich bei allen und heiratet Bärbel Schäfer. Finde ich sexy seit: Ich nicht mehr auf Loser-Typen stehe Begründung: Ich weiß, dass ein so erfolgreicher und attraktiver Mann wie Michel Friedman mich nicht einmal beachten würde, wenn er mich und mein rotes Klappfahrrad umfahren würde. Er würde nur die Augenbrauen nach oben ziehen, mir seine Visitenkarte reichen und weiter fahren. Ich bin wahrscheinlich nur ein kleines Mädchen, das auf doof-darwinistische Weise dem Charme eines Gewinners erlegen ist. dana-brueller Bild: ddp

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