Leider keine Ballerina

In dieser Kolumne erzählen junge Menschen, was in ihrem Alter noch nicht geht und was nicht mehr. Diesmal: Dana, 23, die nicht bügeln will, dafür aber gerne tanzen könnte.
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Illustration: Julia Schubert


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Illustration: Julia Schubert


... um zu bügeln. Schon der Gedanke daran, das Bügelbrett aufzustellen, das Bügeleisen einzustecken und etwas zu bügeln, fühlt sich für mich nach maximaler Zeitverschwendung an. Die Ausrüstung dazu hätte ich in meiner WG zwar, aber wir haben sie bisher fast ausschließlich dazu genutzt, im Winter unsere Snowboards zu wachsen. Das Brett stand dann ein paar Monate als prima Ablage im Flur, aber schön ist das ja auch nicht.

Ich habe im Schrank ein paar einzelne Teile für besondere Anlässe, die eine Glättung vor dem Tragen notwendig machen. Im Zweifel würde ich das schon hinbekommen, aber wenn ich früh genug weiß, dass ich sie brauchen werde, stecke ich sie doch lieber während meines nächsten Besuchs bei meiner Mama in die Wäsche und nehme sie gebügelt wieder mit. Nein, dafür bin ich nicht zu alt. Allerdings kommt das wirklich selten vor, denn ich achte schon beim Einkaufen darauf, alles zu vermeiden, was Falten außerhalb des Toleranzbereichs erzeugen könnte.


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Illustration: Julia Schubert


... um noch mit dem Balletttanzen anzufangen. Und das bedauere ich wirklich sehr. Eigentlich hatte ich schon mit sechs Jahre Lust dazu, aber Gitarre spielen wollte ich auch. Und weil ich schon so viele Hobbys hatte, sagte meine Mutter: „Dana, du musst dich entscheiden: Gitarre oder Ballett.“ Ich wählte Gitarre. Und dann war ich ganz schnell 12 oder 13, da hören die meisten anderen Kinder mit dem Ballettunterricht schon wieder auf – jetzt ist es also definitiv zu spät. Die Idee von mir an einer Ballettstange ist mir nie ganz aus dem Kopf gegangen. Ja, ich weiß, es gibt sicherlich auch Kurse für Erwachsene, aber ich glaube, das sähe bestimmt uncool und sehr laienhaft aus. Wenn, dann hätte ich es gerne richtig gelernt. Und dafür muss man einfach früh anfangen – damit der Körper noch flexibel und man selbst empfänglich für eine autoritäre Ballettlehrerin ist. Ich befürchte, weder das eine noch das andere trifft heute auf mich zu.

Text: teresa-fries - Foto: Teresa Fries; Illustration: Katharina Bitzl

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