Die Serie "Mr. Robot" zeigt, wie die Hacker-Welt mit unserer verknüpft ist

Illu: Jessy Asmus

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Die Serie

Elliot hat ein Problem. Er ist ein talentierter Hacker, der von der Gesellschaft angewidert ist, aber gleichzeitig Angst hat, alleine auf dem Times Square in New York zu stehen. Er ist ein Mensch, der sich sehr gut in Codes ausdrücken kann – Codes allerdings im Sinne von Programmiersprache und nicht im Sinne sozialer Gepflogenheiten. Denn mit anderen reden, das kann er nicht. Vor allem dann nicht, wenn er ehrlich sein soll. Denn das endet nur darin, dass er zu weinen anfängt. Elliot ist also einsam.

Geht es hingegen darum, Menschen fertigzumachen, ihre Schwächen zu finden, dann formuliert Elliot Sätze, die sich tief in deren System fressen wie ein gut geschriebener Virus. Denn das ist der Slang des Helden der Serie: "In drei Minuten habe ich das Geschäft eines Menschen zerstört, sein Leben, seine Existenz. Ich habe ihn gelöscht."

Wie gesagt: Elliot ist ein talentierter Hacker. Und als solcher ist er auf der Suche nach dem, was alle Hacker für einen Angriff brauchen: einen Single Point of Failure. Die eine Enter-Taste, die jemand arglos drücken muss, damit Elliot die Defensive seines Gegners ausschalten kann. Und der Gegner von Elliot ist die Gesellschaft. Zusammen mit der Gruppe "fsociety" geht er gegen sein Ziel vor. "F" steht für "fuck" – was sonst.

Hinter Elliot und der Geschichte von "Mr. Robot" steckt der Regisseur Sam Esmail. Er wollte eine Serie haben, in der die Subkultur beschrieben wird, ohne all den cheesy Bullshit von fliegenden Einsen und Nullen, von zwei Menschen, die gleichzeitig auf derselben Tastatur tippen. Jedesmal, wenn der Zuschauer sieht, wie ein Computercode eingetippt wird, wurde dieser vorher von Experten überprüft.

Und der Schauspieler, Rami Malek, musste den Computercode tatsächlich in die Tastatur hacken. Es ist diese Liebe zum Detail, die "Mr. Robot" zu einer Serie werden lässt, bei der nicht nur Handlung und Schauspieler unfassbar gut sind. Nein, auch das Hacken ist es. Die Darstellungen in der Serie sind größtenteils realistisch. Und kein Hokuspokus im Stile eines James-Bond-Filmes. 

Wo findest du die Serie?

Sowohl bei Amazon Prime als auch bei iTunes.

Der Zeitaufwand:

Bisher: zehn Folgen, zehn Stunden. Denn Staffel 2 ist in den USA gerade erst angelaufen.

Wo du Zeit sparen kannst:

Nirgends.

Wie kannst du das vor deinem Gewissen rechtfertigen?

Hacker haben sich von einer Subkultur, die niemand so richtig ernst genommen hat, an die Spitze der Relevanz geschlichen. Die Welt basiert auf vernetzten Systemen: Banking, Smartphone-Apps, Kraftwerke, Autos. Manche Hacker sichern die Systeme ab, andere Hacker finden die Schwachstellen. Wer die Serie sieht, kriegt ein Gefühl für das, was gerade passiert.

So fühlst du dich am Tag danach:

#include <stdio.h>

int main(void)

{ puts("Hallo Welt!"); }

Und jetzt wo weiterschauen?

Tja, das ist das Problem. Es gibt wenig Filme, die Hacking wirklich gut hinbekommen. US-Präsident Ronald Reagan hat den Film "Wargames" gesehen – und daraufhin das Weiße Haus alarmiert. Berater hatten ihm nämlich gesagt, dass derartige Angriffe möglich sind. Ein Film, der tatsächlich gut und spannend ist: "Sneakers – die Lautlosen". 

Ansonsten sieht's leider schlecht aus mit guten Darstellungen was Codes, Programmieren und Hacking betrifft. Einen Supercut der miesesten Szenen findet ihr hier:

 

Mehr fürs Auge:

  • teilen
  • schließen