Das ist: Tomi Lahren, die "White Power"-Barbie

Die 24-Jährige provoziert mit rassistischem Populismus Millionen US-Amerikaner. Und findet auf Facebook damit sehr großen Anklang.

Das ist...

…Tomi Lahren, 24, TV-Moderatorin und Republikanerin aus Rapid City, South Dakota. Ihr Motto: "Egal ob ihr liebt, was ich sage, oder es hasst. Ihr reagiert darauf – und das ist genau das, was in diesem Land passieren muss." Klingt wie eine vorangestellte Entschuldigung, die sie auf dem Coverbild ihrer Facebook-Seite platziert hat. Denn man braucht nur kurz runterzuscrollen und findet: jede Menge Populismus. Meistens sexistisch, immer provokant und oft auch rassistisch. Mit diesem Rezept erntet sie sogar mehr Reaktionen als Donald Trump, der bald Präsident des Landes wird, in dem Lahrens Logik zufolge viel mehr solcher Menschen wie sie ihre Stimme erheben müssten. 

Die kann... 

…tatsächlich ziemlich gut provozieren. Ihre Videos werden millionenfach geklickt, es gab sogar schon Anträge, dass doch Lahren als Präsidentin kandidieren soll – obwohl sie dafür noch viel zu jung wäre. Nach ihrem Abschluss in Medienwissenschaften und Journalismus wurde sie sofort als Moderatorin bei "The Blaze TV" eingestellt, ihre Entwicklung von der Praktikantin zur konservativen Medienberühmtheit dauerte gerade mal zwei Jahre – und gipfelte bislang in einem Beitrag, in dem sie die "Black Lives Matter"-Bewegung mit dem "Ku-Klux-Klan" verglich. Mehrere zehntausend Menschen forderten daraufhin in einer Petition, dass sie von ihrem Sender entlassen werden solle.

Die kommt... 

…aus einer Familie voller Militärs. Das betont sie immer wieder und sehr gerne. Ihre Familie sei patriotisch und vor allem: amerikanisch (trotz ihrer norwegischen und deutschen Vorfahren). Ihrem Freund, einem Navy Seal, habe sie geraten, sich im Nahen Osten stationieren zu lassen. Dort sei er sicherer als auf einer Militär-Basis in den USA, wo es immer wieder zu Schießereien kommt. Eine davon machte Lahren berühmt: Nachdem im Juli 2015 ein muslimischer Schütze auf dem Armee-Stützpunkt Chattanooga, Tennessee, vier Soldaten getötet hatte, kritisierte Lahren in einer TV-Sendung Barack Obama. "Er sorgt sich mehr um das Mitgefühl der Muslime als um die Ehre und die Opfer, die unsere Marines erbracht haben", sagte sie.

Die geht... 

…sehr selbstbewusst mit ihrer Rolle um. "Ich wollte niemals neutral sein", sagte sie der BBC. "Ich wollte niemals Nachrichten vorlesen, ich wollte sie kommentieren. Ich wollte die Nachrichten machen." Ihre bislang berühmtesten Nachrichten nach dem Obama-Rant und dem KKK-Vergleich: Ihr Kommentar zum US-Footballer Colin Kaepernick, der sich vor einem Spiel weigerte, zur Hymne aufzustehen und knieend gegen Rassismus protestierte. "Für mich macht dich das zum Rassisten, Colin", sagte Lahren dazu in ihrer Show. "Weil du Weiße für all deine Probleme verantwortlich machst." Mehr als 66 Millionen Mal wurde ihr Video-Kommentar geklickt.  

Wir lernen daraus,...

…dass rassistischer Populismus nicht immer die Fratze eines Donald Trump haben muss. Und, dass die Kombination von Postergirl-Aussehen und radikalen Aussagen in den USA offenbar reicht, um die Meinungen von Millionen von Zusehern zu beeinflussen.

Nur Google weiß,...

…dass Lahren während ihres Studiums eine Hommage an ihre dunkelhäutige Kommilitonin Malyssa Esses geschrieben hat. Die trat nachts in Strip-Clubs auf, um sich ihr Studium zu finanzieren. Lahren beschreibt sie deswegen als "Feministin und zukünftige Karrierefrau". Eine Frau könne tagsüber lernen und nachts nackt an der Pole-Stange tanzen – "neben dem Moralischen ist das einfach nur ein Job".

max

Ihr männliches Gegenstück: 

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