Das ist... Lord Buckethead, intergalaktischer Herausforderer von Theresa May

Sein grandioses Wahlprogramm: Adelstitel abschaffen und die Jagd auf Fuchsjäger legalisieren.
Von Max Sprick

Premierministerin Theresa May (links) mit Lord Buckethead.

Screenshot: Twitter / @LordBuckethead

Das ist...

Lord Buckethead. Bei der Parlamentswahl in Großbritannien trat Lord Buckethead als Parteiloser an, um einen Platz im Abgeordnetenhaus zu bekommen. Nach eigenen Angaben ist er so alt wie das Universum und von Beruf intergalaktischer Spacelord. Seine Hobbys neben der Politik sind das Erobern von Planeten, unterlegene Spezies zu dominieren und Liebesspiele – ins Parlament wurde er zwar nicht gewählt, doch tatsächlich erhielt er 249 Stimmen. Rekord für Lord Buckethead. Der Satiriker lässt sich immer wieder bei der Wahl aufstellen, zum ersten Mal wohl als Herausforderer der "Eisernen Lady" Margaret Thatcher 1987.

Der kommt... 

Offenbar aus dem Städtchen Maidenhead, etwa 40 Kilometer westlich von London – dem gleichen Wahlbezirk wie Theresa May. Dort ließ er sich zumindest aufstellen. Über seine wahre Identität ist wenig bekannt. Auch rätselhaft: Dass Lord Buckethead es außerhalb des Vereinigten Königreichs bislang zu wenig Berühmtheit gebracht hat. "Keine Ahnung, wie wir das unseren nicht-britischen Lesern erklären sollen", twitterte der Guardian zu einem Foto des Lords neben Premierministerin Theresa May. Der Lord, der erstaunliche Ähnlichkeit mit dem schwarzen Ritter aus Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" besitzt, kommentierte diese Aussage mit: "Spacelord trifft Frau, die durch Kornfelder gerannt ist. Das sollte reichen." Er spielt damit auf die unglaublich langweilige Antwort Theresa Mays auf die Frage an, was das Unanständigste gewesen sei, das sie je getan hat. May antwortete ernsthaft: "Ich muss gestehen, dass ich mit einem Freund durch Kornfelder gerannt bin. Das fanden die Bauern nicht so gut."

Der kann...

Selbstverständlich noch mehr, als nur rumstehen und grandios aussehen. Lord Buckethead hat ein ausführliches politisches Manifest vorgelegt. Erster Punkt: Die Abschaffung aller Adelstitel. Außer seines eigenen, natürlich. Außerdem soll die Vollverschleierung des Gesichts legal bleiben, vor allem Eimer-verwandte Kopfbedeckung. Und was den Brexit angeht fordert Lord Buckethead ein Referendum über die Frage, ob ein zweites Brexit-Referendum abgehalten werden soll. Desweiteren will er sich dafür einsetzen, dass die Jagd auf Fuchsjäger legalisiert wird, dass Popsängerin Adele verstaatlicht wird und dass Großbritannien aufhört, Waffen an Saudi-Arabien zu verkaufen. Stattdessen solle das Vereinigte Königreich anfangen, Laserwaffen von Lord Buckethead zu kaufen. 

Der geht... 

Beziehungsweise ging nicht als einziger skurriler Bewerber in die Wahl. Elmo aus der Sesamstraße war ebenfalls in Maidenhead aufgestellt, erhielt aber nur drei Stimmen. Etwas besser lief's für Howling "Laud" Hope von der "Monster Raving Loony Partei", die 119 Stimmen bekam. Und Mister Fishfinger, ein als gefrorenes Fischfilet verkleideter Mann, schaffte im Bezirk Westmorland und Lonsdale sagenhafte 309 Stimmen.

Daraus lernen wir...

Erneut, dass der britische Humor ein besonderer ist. Wir mögen in Deutschland zwar "Die Partei" mit Martin Sonneborn haben, ein noch lustigerer, noch offensichtlicherer Satire-Kandidat dürfte aber auch dem deutschen Wahlkampf nicht schaden. Außerdem lernen wir den echten Namen des Lord kennen. Als die Stimmen verkündet werden in Maidenhead, wird er als "Harvey Jonathan David" vorgelesen – und feiert seinen Erfolg mit dem Dab. Ob das wirklich sein richtiger Name ist und was dieser Mann im wahren Leben macht, ist leider unklar. 

Nur Google weiß...

Dass Lord Buckethead der einzige Herausforderer der aktuellen Regierung ist, der schon 1987 die Opposition übernehmen wollte.

Wichtigste Erkenntnis aus diesem Video: Der Lord tritt seit den Achtzigern modisch unverändert an. 

Realere Weltveränderer:

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