Jeder hat schon mal das Partygespräch geführt, in dem lustige Nachnamen aufgezählt werden, denn dabei kann man immer einen schnellen Lacher landen: „Ich hatte einen Mitschüler, der ,Grunz’ mit Nachnamen hieß“, „Die Nachbarin meines Vaters heißt ,Klohocker’“, hahaha, hihihi, hohoho. Für die Grunzens und Klohockers da draußen ist das allerdings weniger witzig – und je nachdem, welchen Namen man trägt, kriegt man im 21. Jahrhundert auch noch Probleme in den sozialen Netzwerken.

So geschehen im Falle eines 26-jährigen belgischen Kommunalpolitikers namens Luc Anus (hahaha, hihi… ach, lassen wir das). Das ist er:

Luc tritt in Lobbes, einer Stadt im wallonischen Teil Belgiens, für die Sozialisten als Gemeinderatskandidat seines Bezirks an und wollte für seine Kandidatur natürlich auch auf Facebook werben. Dadurch wurde das Unternehmen allerdings auf ihn aufmerksam und sperrte ihn – der Name sei „anstößig und unangemessen“.

Um weiterhin auf Facebook präsent sein zu können, heißt er dort nun (wie man oben im Post sehen kann) „Luc Anu“. Natürlich war sein Name schon immer Ziel von Spöttern – zuvor habe er aber noch nie darüber nachgedacht, ihn zu ändern, sagte er der belgischen Sudinfo. Dem Medium gegenüber beklagt er allerdings auch den „mangelnden Respekt von Menschen, die sich anscheinend hinter einem Bildschirm sehr stark fühlen“ und bezieht sich damit auf User, die sich über seinen Namen lustig gemacht haben. Der Name ist in Belgien nicht weit verbreitet - es gibt in dem Land etwa 50 weitere Menschen, die den Nachnamen „Anus“ tragen.

Da Luc sich gerade im Wahlkampf befindet, ist ihm die ganze Geschichte nun aber vermutlich recht nützlich. Eine belgische Fernsehsendung hat gleich mal zum solidarischen Slogan #jesuiuslucanus aufgerufen und sogar der britische Guardian hat schon über ihn berichtet. Jetzt muss er es nur noch schaffen, dass nicht nur sein Partygespräch-tauglicher Nachname bei seinen potenziellen Wählern ankommt, sondern auch seine inhaltlichen Ziele (bessere Lebensqualität für die Menschen in seinem Bezirk, mehr Sicherheit, Jugendförderung, Umweltschutz). Und ganz vielleicht ist das alles ja auch kalkuliert – knallharte Beweise für die Sperrung durch Facebook hat Luc nämlich bisher nicht vorgelegt (auf eine Anfrage von jetzt haben wir bisher leider keine Antwort bekommen).

Drüben beim Guardian haben sie auch herausgefunden, dass die belgischen Sozialisten anscheinend einen Hang zu Kandidaten mit schwierigen Namen haben: 2012 trat ein Kandidat namens Jean-Claude Prick an. Der hatte damals auch Probleme, als sich in den sozialen Netzwerken über sein Wahlplakat und seinen Namen lustig gemacht wurde. Und beim Guardian haben sie es sich obendrein nicht nehmen lassen, weitere Politiker mit anzüglichen Namen aufzuzählen: Anthony Weiner, Bill Boner, hahaha, hihihi, ….

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