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Eine chinesische Journalistin wird zum Meme, weil sie mit den Augen rollt

Sie hatte damit die chinesische Regierung provoziert.
  • Chinesische Journalistin rollt mit Augen
    Foto: Screenshot Youtube.com/Whats's on Weibo

Inszenierte Pressekonferenzen gibt es in China häufig. Damit die Regierung transparent wirkt, stellen Journalisten mit Verbindungen zur Regierung öfter einfach zu beantwortende Fragen, wie mehrere Medien berichten. Das passierte auch gestern beim Nationalen Volkskongress, dem größten politischen Event des Landes. Eine Journalistin stellte einem Regierungsmitglied eine unkritische Frage. Das veranlasste Liang Xiangyi, eine Journalistin eines anderen Medienunternehmens, dazu, sehr theatralisch mit ihren Augen zu rollen:

Das ist die Frage, die das Augenrollen auslöste:

Die Szene wurde live im chinesischen Fernsehen übertragen. Online teilten viele User das Video und erstellten Memes. Der Name der Reporterin war gestern Nachmittag der meistgesuchte Begriff auf Weibo, einem sozialen Netzwerk wie Twitter, das in China beliebt ist. Online-Shops boten sogar Fanartikel zu Liangs Augenrollen an. 

Daraufhin mischten sich Zensoren der chinesischen Regierung ein: Die Behörden warnten Medienvertreter offenbar davor, über den Vorfall zu berichten. In einem geleakten Dokument mit Zensuranweisungen steht, dass Journalisten auf sozialen Medien nicht darüber berichten dürfen. Ob das Dokument echt ist oder nicht, lässt sich nicht überprüfen. Alle Posts zu dem Thema mussten offenbar gelöscht werden. Der Weibo-Account der Journalistin wurde ebenfalls gesperrt. Die augenrollende Journalistin verlor außerdem ihre Akkreditierung für die Veranstaltung.

Es gab Gerüchte, dass die Journalistin entlassen wurde. Ihr Arbeitgeber, die Yicai Media Group, unterstützte Liang aber und postete ein Video der Reporterin, in dem sie eine gehaltvollere Frage stellt.

hac

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