Horst Seehofer war schon im Internet, da GAB es das noch gar nicht

Die Digital-Kompetenz-Kompetenz des Innenministers ist über jeden Zweifel erhaben.

Bild: dpa / Bernd von Jutrczenka

Horst Seehofer ist ein Mann, der immer wieder durch neue Kernkompetenzen und Erfahrungen überrascht. Das Politikerdasein hat er quasi komplett durchgespielt. Seit vergangenem Jahr ist er nun Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat (es ist das dritte Bundesministerium, dem er vorsteht) und damit auch für die digitale Sicherheit der Deutschen verantwortlich, da das Bundesamt für digitale Sicherheit im Geschäftsbereich des Innenministeriums angesiedelt ist.

Aber nicht nur das: Horst Seehofer überrascht die Deutschen auch immer wieder mit Äußerungen, Wendemanövern und interessanten Verhandlungstaktiken. Womit er bislang nicht ganz so aufgefallen war: seiner digitalen Kompetenz. Er hatte zwar mit großem Brimborium vor einigen Monaten angekündigt, selbst auf Twitter mitmischen zu wollen. Doch auf seinem persönlichen Account hat er bisher erst einen einzigen Tweet an Annegret Kramp-Karrenbauer geschickt, als sie zur CDU-Vorsitzenden gewählt wurde.

Um genau diese digitale Kompetenz im Zusammenhang mit Datensicherheit ging es gestern in der Bundespressekonferenz, bei der Horst Seehofer über die aktuelle Lage in Bezug auf den Hackerangriff auf die Daten von Prominenten und Politikern berichtete.  

Und in genau dieser Pressekonferenz ließ Horst Seehofer dann plötzlich durchblicken, wie gut er sich im Internet auskennt. Da sagte er nämlich, er sei schon seit den 1980er-Jahren im Netz unterwegs. Zwar nicht unbedingt da, wo alle anderen sich so rumtreiben – auf Twitter, Instagram und Facebook, aber eben schon seit bald 30 Jahren.  

Diese Aussage erschien vielen Menschen, sagen wir, minimal unglaubwürdig. Angesichts der Tatsache, dass es erst seit 1989 Internet in Deutschland gibt und das damals nur an einigen wenigen Uni-Instituten zugänglich war.

Und die wenigen Menschen, die sich damals schon im Netz bewegten, erinnern sich beim besten Willen nicht an einen Horst.

Und weil wir uns auf Twitter bewegen, kamen Spott und Häme auch nicht zu kurz:

Man könnte fast Mitleid bekommen mit Innenminister Seehofer, über den nach einem möglichen Versprecher gleich die Häme kübelweise ausgegossen wird. Andererseits fiel er selbst in der Vergangenheit auch nicht gerade durch verbale Zurückhaltung auf – ein bisschen Kritik wird er also aushalten. 

chwae

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