Französinnen teilen Fotos ihrer Dekolletés – aus Protest

Auslöser für #JeKiffeMonDecollete ist der Tweet einer Frau, die für ihren Ausschnitt beleidigt wurde.

Mit Bildern wie diesen wehren sich Frauen gegen Kritik an ihren Ausschnitten.

Foto: Screenshots/Twitter

Unter #JeKiffeMonDecollete (übersetzt: Ich liebe meine Dekolleté) wehren sich gerade Frauen, vor allem Französinnen, gegen Sexismus. Genauer: gegen Menschen, vornehmlich Männer, die ihnen vorschreiben wollen, was sie anzuziehen hätten. Ursprung des Hashtags ist der Post einer Französin, die vor einigen Tagen auf Twitter von einem Mann berichtete, der sich offenbar von ihrem Ausschnitt provoziert fühlte: „Nach Angaben eines Typen, dem ich gerade begegnet bin, ist das hier das ,Dekolleté einer dreckigen Hure‘... Meine Brüste und ich haben dich wohl ganz schön genervt“, schreibt sie. Und postete dazu ein Foto ihres Dekolletés.

Zohra Bitan, Kolumnistin des französischen Radiosenders RMC, rief kurze Zeit später alle Frauen auf, Dekolleté-Fotos von sich zu veröffentlichen. Sie rief den Hashtag #JeKiffeMonDecollete ins Leben und schrieb dazu: Liberté, Egalité, Decolleté.

Inzwischen protestieren auf Twitter nicht nur Menschen in Frankreich, sondern auch in anderen Ländern. Sie wollen nicht mehr, dass Frauen für das beurteilt werden, was sie am Körper tragen. „Kontrollieren Sie Ihre Triebe“, schreibt diese Nutzerin an einen „Monsieur“ gerichtet. Wenn er mit den Rundungen in ihrem Ausschnitt nicht klarkomme, solle er bitte anderswo hinschauen.

Nicht nur Frauen nutzen den Hashtag, auch einige Männer posten ihr weit geöffnetes Hemd. „Männer und Frauen sollten tragen, was sie möchten“, schreibt einer dazu, ein anderer: „Solidarität mit denjenigen, die beleidigt werden, weil sie tragen was sie möchten.“

Der Hashtag zeigt einmal mehr, dass wir von Gleichberechtigung noch weit entfernt sind.

soas