Lena Meyer-Landrut war einst, als sie den Eurovision Song Contest gewann, der Liebling der Nation. Und dann, ganz plötzlich, nicht mehr. Stattdessen wurde sie online zur Zielscheibe. Sie wurde und wird heftig beschimpft und mit allen möglichen psychischen Erkrankungen ferndiagnostiziert.

Nun wehrte die Sängerin sich mit einem Selfie gegen ihre Mobber. Auf den Spiegel, in dem sie sich fotografierte, hatte sie Hassnachrichten geschrieben, die sie zuvor erreicht hatten. Sie wurde demnach immer wieder als „arrogante Göre“, als „hässliche Schlampe“, als „talentloses Stück“ bezeichnet. Weiter steht da, sie sei hässlich und nichts wert. Lena steht auf dem Bild also quasi inmitten des heftigen Shitstormes, der sie seit Jahren immer wieder trifft.

Ihr Bild gefällt inzwischen fast 150.000 Menschen auf Instagram, Tausende sprechen Lena in Kommentaren ihren Respekt aus und Mut zu. Einige Nutzerinnen begannen sogar, es Lena gleichzutun: Sie posteten Bilder von sich, über die sie Worte legten, mit denen sie selbst gemobbt wurden.

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Foto: Screenshot/privat
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Foto: Screenshot/privat

Auch die 33-jährige Majena teilte ein solches Bild von sich und erklärt das so: „Als ich die Bilder von Lena und den anderen Fans gesehen habe, dachte ich mir, dass das eine gute Möglichkeit sei, darauf aufmerksam zu machen, was manche Menschen im Internet von sich geben. Ich wollte zeigen, dass wir nicht alleine sind. Und dass nicht nur Stars und Influencer unter solchen verbalen Attacken leiden.“

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Auch Majena beteiligte sich an der Aktion.

Foto: Screenshot/privat

Diese Botschaft kam offenbar falsch an. Zumindest bei Instagram. Die Plattform hat nämlich offenbar viele der Beiträge und Stories zum Thema Cybermobbing von gestern gelöscht, darunter auch Majenas. Er würde, so hieß es in einer Benachrichtung, gegen die Richtlinien der Plattform zu Belästigung oder Bullying verstoßen.

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Doch kurz später bekam sie eine Benachrichtigung, dass Instagram ihren Beitrag gelöscht hatte – weil er Mobbing enthalte.

Foto: Screenshot/privat

Majena beschwerte sich schnell über die Entscheidung, unter anderem in einer Story auf Instagram. Darauf reagierte unter anderem Lena Meyer-Landrut in einer privaten Nachricht: „Das macht unseren Punkt nur noch klarer – so etwas sollte von vornherein verboten sein!!!“

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Majena meldete sich wegen des gelöschten Beitrags bei Lena – und die sich bei ihr, mit unterstütztenden Worten.

Foto: Screenshot/privat
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Auch Majena beteiligte sich an der Aktion.

Foto: Screenshot/privat

Nachdem Majenas Beschwerde schließlich auch Instagram erreicht hatte, wurde ihre Story wieder online gestellt. „Instagram hat sich bei mir für den Fehler entschuldigt“, sagt sie.

Auch in ihrem privaten Umfeld sorgt Majenas Story für viel Aufmerksamkeit: „Viele Bekannte waren überrascht und geschockt, dass andere so etwas zu mir gesagt haben, und konnten sich das gar nicht vorstellen“, erzählt sie.

Lena reagierte auf die Beiträge ihrer Fans am Donnerstag schließlich mit einem weiteren Post. Darin ermutigt sie ihre Follower, immer sie selbst zu sein – obwohl das manchmal schwer ist. Es sei aber doch einfacher, wenn man nicht alleine ist. Sie sollten deshalb alle gegen den Hass kämpfen, indem sie sich auf die Liebe konzentrierten. „Denn alles was Aufmerksamkeit bekommt, wächst“, schreibt sie am Ende.

Tatsächlich finden sich unter diesen beiden Posts kaum mehr Hasskommentare – obwohl bestimmt ein paar darunter sind. Sie wurden nur überschwemmt von den netten, respektvollen Worten der anderen Nutzer. Was Lena da anpreist, scheint also zu klappen. Zumindest im Kleinen.

lath

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