Einem Mann wird im Büro das Mittagessen gestohlen – und er nimmt die Ermittlungen auf

Wenn Überwachungskameras im Büro plötzlich Sinn ergeben – eine Kriminalgeschichte.

Beispielfoto

CL. / photocase.com

Der Kühlschrank in der Büro-Küche: Über nichts wird am Arbeitsplatz so schlimm gestritten, nirgendwo enstehen mehr unerwartet eklige Lebensformen, nie werden Besitzansprüche heftiger ausgefochten als im Schein seiner offenstehenden Tür und – nirgends sonst werden in einem Büro mehr Straftaten begangen, als in dieser kleinen kalten Kiste. Der perfekte Ort für eine Kriminalgeschichte. Eine Kriminalgeschichte, die über 400.000 Menschen im Internet in ihren Bann gezogen hat. Diese Kriminalgeschichte:

Sie beginnt mit einem Tweet von Twitter-User Zak Toscani:

Einem seiner Kollegen wird das Mittagessen gestohlen. Dieser nimmt die Ermittlungen auf und hat Glück: Eine Überwachungskamera in der Teeküche. Was eigentlich super gruselig ist, wird in diesem Moment zum Traum eines jeden Menschen, der schon einmal in einer Büroküche hinterhältig bestohlen wurde. So aufgeregt war Zak noch niemals nie an irgendeinem Arbeitsplatz jemals zuvor. Und wir können so sehr nachvollziehen, was er meint.

Zuerstmal die Fakten:

Schon nach kurzer Zeit, scheint der Fall gelöst zu sein.

Doch mit der Darlegung des genauen Tathergangs wird der Fall erst so richtig myteriös.

Aber was soll nun mit der Täterin getan werden? Ist ein geklautes Mittagessen ein Kündigungsgrund?

Eine Mail von der Personalabteilung mit einem klaren Hinweis auf die Tat. Da MUSS irgendeine selbstentlarvende Reaktion von ihr kommen. Zak und wahrscheinlich auch das restliche Büro sitzen wie auf glühenden Kohlen. Und dann ist es soweit. Die Diebin betritt den Raum.

Wie ist das möglich? Kann diese Frau wirklich eine so dreiste Lügnerin sein? Versteht sie den Hinweis wirklich nicht? Ist sie Schlafwandlerin und hat von der Tat gar nichts mitbekommen? Oder leidet sie unter einer Amnesie? Wenn Leute ein wirklich schweres Verbrechen begehen, soll es ja vorkommen, dass sie sich danach nicht mehr daran erinnern können. Aber es geht noch weiter.

Jetzt erwarten alle das große Finale. Shrimp-Mann kann das unmöglich auf sich sitzen lassen. Das Büro wartet auf seine Reaktion. Zak Toscani wittert seinen entgültigen Durchbrauch als Twitter-Star. Die User, die die Geschichte verfolgen, bekommen Krämpfe in der Hand, so sehr krallen sie sich an ihr Handy. Und dann passiert – gar nichts.

Das darf nicht das Ende sein! Das ist unfair. Das ist dieser Geschichte unwürdig. Das ist nicht zufriedenstellend. Zak Toscani denkt das Gleiche. Er kann doch nicht seine tausenden neuen Twitter-Fans einfach so hängenlassen. Er startet einen letzten Versuch – eine Provokation – um die Situation doch noch eskalieren zu lassen.

Dieses völlig unzulängliche Ende, ist das Einzige, was uns glauben lässt, dass diese Geschichte echt sein könnte. Genau weiß man es nicht. Es könnte auch der Hoax eines gelangweilten Büroangestellten sein, um ein bisschen Internet-Fame abzustauben und auf der vor allem in den USA äußert berühmten Seite jetzt.de aufzutauchen. Es könnte auch eine sehr geschickte Werbung einer Sicherheitsfirma sein, die Arbeitnehmer-Überwachungssysteme verkauft. Aber in beiden Fällen hätte man sich doch wohl ein besseres Ende überlegt, oder? Das Team von digg.com wollte es ganz genau wissen, erreichte Zal Toscani und bekam von ihm als Beweis die angebliche Mail der Personalabteilung zugeschickt.

Screenshot / digg.com

Ob die Geschichte letztendlich echt ist, wird wohl genau wie das Motiv der Shrimp-Diebin und -Vernichterin für immer ein Rästel bleiben.   

tf

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