Youtube verschärft Richtlinien zu riskanten Pranks und Challenges

Gefährliche oder tödliche Inhalte haben laut dem Unternehmen keinen Platz auf der Plattform.

Mit verbundenen Augen Tattoos stechen, auf Waschmittelkapseln beißen, sich mit Deo anzünden – klingt alles irgendwie eher so ... mittelsmart? Darüber scheint sich mittlerweile auch Youtube im Klaren zu sein und will künftig noch deutlicher Challenges und andere Inhalte sanktionieren, die „das Risiko echter Gefahren oder des Todes“ beinhalten.

Auch „Pranks“, die das Bestehen einer Gefahr nur simulieren (zum Beispiel durch einen inszenierten Amoklauf) oder Scherze, von denen Kinder ein lebenslanges Trauma davontragen könnten (zum Beispiel ein „Haha-Papa-ist-tot“-„Witz“), widersprechen nun explizit den Richtlinien. Eine Ausnahme bilden Videos, die in den Bereich Bildung, Kunst, Wissenschaft oder Dokumentation fallen. Wer allerdings Bildmaterial aus solchen Quellen verwendet und außerhalb ihres Kontexts neu hochlädt, verstößt ebenso gegen die Regeln.

In einem am Dienstag veröffentlichten Statement erklärte das Unternehmen sein künftiges Vorgehen: Innerhalb der nächsten zwei Monate sollen die kritischen Inhalte gelöscht werden, ohne dass der jeweilige Uploader dafür sanktioniert würde. Danach erhalten die Nutzer bei einem Verstoß einen sogenannten „Community Strike“, eine Art gelbe Karte: Beim ersten Strike kann der Nutzer für einen Zeitraum von drei Monaten nicht mehr livestreamen. Ein zweiter Strike hindert den Nutzer am Uploaden weiterer Videos, beim dritten schließlich darf er sich ganz von seinem Account verabschieden. 

Das Unternehmen war in der Vergangenheit in die Kritik geraten, da sich vor allem Jungendliche in Folge der populären Herausforderungen ernsthafte Verletzungen zugezogen oder in Lebensgefahr gebracht hatten. So verursachte in der vergangenen Woche eine 17-Jährige einen Autounfall, nachdem sie inspiriert von der Birdbox-Challenge mit einer bis über die  Augen gezogenen Mütze gefahren war.

qli

Mehr zu den fragwürdigen Challenges:

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