Der Airbag für das Smartphone

Ein Student aus Baden-Württemberg hat ihn erfunden – und wird dafür jetzt auch in den USA gefeiert.
Interview von Niko Kappel
Bild: AD Case

Der Name Philip Frenzel geistert seit einigen Tagen durch das Internet. Erst berichtete die SWR Landesschau, mittlerweile wird der Mechatronik-Student auch in den USA gefeiert, Artikel über ihn erscheinen bei der Vice, boredpanda und sogar auf Fox News. Alle lieben den Handy-Airbag seiner Firma AD Case, jeder will ihn haben. Seine Idee könnte tatsächlich tausende Smartphones vor dem frühen Tod durch Displaybruch retten. Wir haben mal bei Philip angerufen und nachgefragt, wann wir den Airbag für das Handy kaufen können.

jetzt: Philip, was denkst du, wann bist du Millionär?

Philip: Daran denken wir noch nicht, wir sind gerade erst im Prototypen-Status. Unser Produkt ist ja noch nicht mal auf dem Markt. Aber es ist schon krass, dass so viele über uns berichten, sogar aus Amerika. Das hat alles eigentlich erst gestern so richtig angefangen, seitdem steht mein Handy nicht mehr still. (lacht)

Wie kam dir die Idee für den Handy-Airbag?

Mein Handy ist mir vor vier Jahren runtergefallen und war trotz Hülle komplett kaputt. Ich habe nach besseren Hüllen gesucht, aber alle sicheren Hüllen sind vom Handling und vom Optischen her nicht so geil. Dann hab ich mir das Prinzip eines Handy-Airbags überlegt.

Der Mechanismus ist das besondere an der Idee. Wie sich die Füßchen so ausklappen, das erinnert uns ein bisschen an ein Taschenmesser. Genau daher kommt die Idee! Ich hing mit meinem jetzigen Kollegen Peter ab, der spielte so in Gedanken an seinem Taschenmesser herum. Dann kam uns der Einfall, dass das doch ein Mechanismus wäre, den man für die Airbag-Idee nutzen könnte: Ein Sensor, der erkennt, wenn sich das Smartphone im freien Fall befindet. Vier Füße, die sich, durch den Sensor aktiviert, wie ein Taschenmesser ausklappen und dadurch den Sturz des Handys abfangen.

Bist du nicht super nervös, dass dir irgendeiner die Idee wegschnappt? Doch, auf jeden Fall. Dieser Gedanke setzt uns schon unter Druck, deshalb versuchen wir, schnellstmöglich weiterzukommen. Die Entwicklung mit den Sensoren ist aber schon ziemlich komplex. Technisch sind wir also nicht so leicht zu kopieren. Wir haben aus eigener Tasche ein Patent angemeldet, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Wann bekommt man denn jetzt den Airbag?

Wir wollen, dass die ersten Airbags vor Weihnachten bei den Kunden sind. Das Ziel ist, dass dieses Jahr ganz viele Handy-Hüllen mit Airbag unter dem Weihnachtsbaum liegen.

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