Weltweit beobachteten die Menschen den Raketenstart im kasachischen Baikonur.

Weltweit beobachteten die Menschen den Raketenstart im kasachischen Baikonur.

Bild: ap / Dmitri Lovetsky

So viel Anteilnahme war selten: Nachdem Raketenstarts in den letzten Jahren eigentlich nur noch Profis und sehr interessierte Laien beschäftigt hatte, war der heutige Start der Horizons-Mission eine Ausnahme: Die mediale Aufmerksamkeit für den Start im kasachischen Baikonur war extrem groß: Es gab Livestreams, Tweets der Besatzung, bestehend aus dem Deutschen Alexander Gerst, seinem russischen Kollegen Sergej Prkopjew und der Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor, und allgemein eine große Begeisterung für die Mission.

Gerst und seine Kollegen werden in zwei Tagen an die ISS andocken und dort ungefähr sechs Monate verbringen. In dieser Zeit werden sie etwa 300 Experimente durchführen. Gerst, der auf dem Twitter-Account @Astro_Alex sehr aktiv ist, wird schon zum zweiten Mal ein halbes Jahr im All sein.

Auf Twitter begeisterte man sich auch für einige Rand-Aspekte der Mission. Zum Beispiel für die Kamele, die in der kasachischen Wüste rumstanden, als die Astronauten auf dem Weg zur Rakete an ihnen vorbeikamen, gar nicht wussten, was die ganze Aufregung sollte und reichlich blöde aus der Wäsche glotzten.  

Wobei, wenn man von der eigentümlichen Tradition hört, die russische Kosmonauten angeblich seit Juri Gagarins Zeiten betreiben, dann wird einem der Gesichtsausdruck der Kamele etwas verständlicher. 

So sieht sie übrigens aus, die Besatzung der Horizon-Mission: Alexander Gerst, die Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prkopjew. 

Wir lesen die allerallerallerletzte Nachricht von „Astro_Alex“ auf Twitter (wer hat ihm nur diesen Namen empfohlen?).

Vor dem Start wurde noch kurz in der Kapsel der Ententanz geübt.

Gerst stammt übrigens aus Künzelsau, einem 15.000 Einwohner-Städtchen bei Stuttgart, wo man sehr, sehr, sehr viel Anteil nahm am Start des berühmtesten Einwohners.  

Und dann ging’s los. So sah der Start aus. Es war laut selbst erklärten Twitter-Experten ein sogenannter Bilderbuchstart. 

Manche Menschen schauten den Start der Mission möglicherweise „under the influence“ an und hatten viele Fragen, die man sich „sonst“ nicht so stellt.

Manche wiederum stellten angesichts dieses Ereignisses ihr ganzes Leben in Frage (kleiner Tipp: nicht machen).

Andere fühlten sich angesichts der Kollektivbegeisterung an sämtlichen Endgeräten plötzlich ein wenig einsam.

Und manche waren einfach nur komplett geflasht und hatten Körperfunktionen, die sie dringend mitteilen mussten.

Der Vergleich zwischen den beiden Alexander G.s, die aktuell für Schlagzeilen sorgen, bot sich natürlich an.

Manch einer wunderte sich über die Gleichzeitigkeit von Ereignissen.  

Aber tatsächlich muss man sich ja mal darüber freuen, dass da etwas gelungen ist, was man in letzter Zeit gar nicht für möglich gehalten hätte.

Und am Ende bleibt natürlich noch die Frage alle Fragen für diejenigen, die’s nicht so drauf haben.

chwa   

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