In den USA würden in jüngster Zeit immer wieder Menschen dabei beobachtet, wie sie Roboter treten, die Essen ausliefern.

In den USA würden in jüngster Zeit immer wieder Menschen dabei beobachtet, wie sie Roboter treten, die Essen ausliefern.

Foto: dpa, afp; Collage: jetzt

Bislang waren wir daran gewöhnt, Roboter aus einer sehr Mensch-zentrierten Perspektive zu sehen, nämlich: Was machen die Dinger mit unserem Leben? Vor allem: Was machen sie mit uns? Und noch vor allemer: mit unseren Jobs?

Von da aus glitt unser Menschenblick dann gern auf ein eher beunruhigendes Szenario: Irgendwann nehmen uns Roboter unsere Arbeit weg. Merkte man allein daran, dass bei Berufen egal welcher Branche immer besonders nachdrücklich auf diesen oder jenen Aspekt hingewiesen wurde, den bestimmt auf alle Ewigkeit nur Menschen ausführen können. War meist irgendwas Softskilliges – und die Ratteninsel, auf die sofort alle zuschwammen, denn hurra: Man wird uns auch in Zukunft noch brauchen.

So weit also das bisherige Mensch-Roboter-Gefälle.

In den USA werden nun schon seit einer Weile „food delivery robots“ getestet. Kleine Roboter auf Rädern, optisch nah am Einkaufskorb oder an einem R2D2, der irgendwann aufgehört hat zu wachsen. Ausgestattet mit Kameras, Sensoren und allerlei Nerdkram navigieren sie sich durch unsere Städte. Rechnen und pixeln sich ihre eigenen Karten zusammen, um uns Pizza, Sushi oder die Nummer 68 mit Morcheln zu bringen.

Was, wenn der Roboter sich unser Gesicht merkt?

Jetzt kommt’s aber: Im Moment werden immer wieder Menschen dabei beobachtet, wie sie nach diesen kleinen Robotern treten. Warum? Weiß keiner so genau. Vielleicht haben diese Menschen einfach ein Wutproblem? Oder was Hormonelles? Setzt am Ende die Abneigung gegen Roboter gerade dazu an, sich endgültig in unsere Hirnrinde zu fräsen?

Wie auch immer, eine Frage sollten wir uns so langsam stellen: Was machen wir eigentlich mit Robotern? Und sollten wir uns nicht lieber gut mit ihnen stellen?

Die Sache ist ja die: Wenn wir gegen einen Roboter treten, ist ihm das im Zweifelsfall egal. Er richtet sich wieder auf, hat bestimmt irgendwelche Spezialräder, und fährt weiter. Aber, nein, ABER: Was, wenn der Roboter sich unser Gesicht merkt? Unseren Schuhsolenabdruck, unsere DNA?

Was, wenn so ein Food-delivery-Dings uns das Schienbein zerdeppert, das Wadenbein gleich mit?

Wär blöd. Vielleicht käme er dann nämlich irgendwann auf die Idee, es uns heimzuzahlen. Dann womöglich, wenn er nicht mehr nur ein paar läppische km/h fährt, sondern 80 oder 90. Was, wenn so ein Food-delivery-Dings uns mit Maximalgeschwindigkeit gegens Schienbein fährt? Unser Schienbein damit zerdeppert, das Wadenbein gleich mit? Im Gegensatz zum Roboter stehen wir nach solch einem Check nicht einfach auf, der Roboter denkt sich aber, dass er bei der Gelegenheit noch ein, zwei Zehen mitnehmen könnte.

Aber man braucht ja noch nicht mal mit dem Schlimmsten zu rechnen. Muss gar nicht sein, dass die Roboterschaft sich irgendwann gegen uns verschwört. Reicht eigentlich schon dies: dass es unfair ist, Roboter zu bauen, ohne dass sie darum gebeten hätten, und sie dann auch noch mies zu behandeln. Braucht man nur kurz drüber nachzudenken, dann sollte einem das einleuchten. Nur kurz das Hirn anschmeißen. Können Menschen doch.

jwh

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