Amerikaner spenden Rekordbeträge an Bürgerrechtsorganisation

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Foto: Davin Ryder/Reuters

Der Protest gegen das vom US-Präsidenten Donald Trump verhängte Einreiseverbot hat erste Wirkung gezeigt: Am Samstag versammelten sich am New Yorker Flughafen John F. Kennedy Tausende Demonstranten. Samstagnacht wurde der Erlass dann in Teilen gestoppt – und die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU), welche die entsprechende Eilklage gegen das Einreiseverbot auf den Weg gebracht hatte, hat seit Freitag einen Spendenrekord eingefahren. 

Die fast hundert Jahre alte Bürgerrechtsorganisation hat die Eilklage wegen zweier am JFK-Flughafen in New York festgehaltener Iraker angestrengt, und nach Aussage von ACLU-Chef Anthony Romero seit Samstagmorgen mehr als zehn Millionen US-Dollar an Spenden erhalten. Und mehr als 150 000 Neueintritte verzeichnet. Inzwischen sind es laut Medienberichten insgesamt sogar mehr als 24 Millionen US-Dollar – die ACLU bekommt normalerweise etwa vier Millionen US-Dollar Spenden pro Jahr.

Mehrere US-Celebrities haben am Wochenende Unterstützung für die ACLU bekundet, etwa die Sängerin Sia und die Moderatorin Rosie O’Donnell. Beide wollten jeweils 100 000 US-Dollar spenden, erklärten sie auf Twitter. Einige der erklärten Ziele der ACLU sind der Schutz der Meinungsfreiheit, die Stärkung der Rechte der LGBT-Community und des Rechts auf Abtreibung. Die Organisation verteidigte in ihrer Geschichte aber auch schon die Verfassungsrechte des Ku-Klux-Klans oder, in den 1970ern, die Rechte einer Neonazi-Gruppe, die in Chicago aufmarschieren wollte.

Trump hatte am Freitag ein umstrittenes 90-tägiges Einreiseverbot für Staatsangehörige aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern (Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien) erlassen. Laut US-Wirtschafts-TV-Sender CNBC durften wegen des Dekrets umgehend 109 Menschen nicht in die USA einreisen und 173 Menschen ihren Flug in das Land gar nicht erst buchen. Seit vergangenem Freitag dürfen in dem Land eingetroffene Flüchtlinge oder Besucher aus den sieben besagten Ländern zumindest nicht ausgewiesen werden – sofern sie über ein Visum, eine Greencard oder eine andere offizielle Einreiseberechtigung verfügen. 

fran

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