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Die Hälfte der Clubbesucher in Berlin nimmt Ecstasy oder Amphetamine

Eine Studie untersuchte den Drogenkonsum in der Hauptstadt.
  • Ecstasy
    Foto: Henning Kaiser/dpa

Jeder zweite Berliner Clubbesucher nahm im vergangenen Monat Ecstasy oder Amphetamine. Das besagt eine Studie, die die Club- und Partyszene in Berlin untersucht hat und liefert damit eine Charakterisierung der Szene. Etwas weniger als zwei Drittel der Befragten konsumierten Cannabis. Alkohol tranken rund 88 Prozent der Befragten, 72 Prozent rauchten.

Die Studie „Substanzkonsum und Erwartungen an Präventionsangebote in der Berliner Partyszene“ wurde von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Auftrag gegeben. Dafür wurden Partygäste online und in Clubs, Bars und Warteschlangen befragt. Zusätzlich wurden Experten für Suchtprävention und Mitarbeiter von Rettungsdienst, Polizei und Clubs interviewt. Die Studie ist nicht repräsentativ für ganz Berlin, soll aber ein Schlaglicht auf die Berliner Clubszene werfen.

 

Weitere Ergebnisse der Studie: Kokain und Ketamin werden von etwa einem Drittel der Befragten eingenommen, LSD von zwölf Prozent und  GHB/GBL („Liquid Ecstasy“) von rund neun Prozent. Heroin, Crystal Meth und Legal Highs spielen kaum eine Rolle.

 

Für viele gehören Alkohol und Drogen zum Feiern dazu. Gleichzeitig ist aber auch der Wunsch nach Prävention groß. Mehr als die Hälfte der befragten Clubbetreiber und Clubbesucher wünschen sich mehr Aufklärung und Beratung. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat kündigte im Rahmen der Studienpräsentation an, noch dieses Jahr neue Angebote zur Aufklärung und Prävention zusammen mit Suchtberatungsprojekten und Clubs umzusetzen.

 

Außerdem sprachen sich 15 Prozent der Befragten für eine Substanzprüfung auf Reinheit und Verunreinigungen („Drugchecking“) aus. Das ist rechtlich derzeit nicht möglich, weil Dogenbesitz illegal ist.

 

Der Großteil der Befragten sind junge Erwachsene, das durchschnittliche Alter liegt bei 30 Jahren. Auffallend ist, dass viele einen Hochschulabschluss haben (39 Prozent). Die meisten Befragten sind Freizeitkonsumenten: Sie wollen mit Drogen ihre Stimmung beeinflussen, körperliche Effekte wahrnehmen, leichter soziale Kontakte knüpfen oder einfach länger wach bleiben.

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