Eine Million Euro ­– wenn der Papst sich während der Fastenzeit vegan ernährt. Diesen Deal schlagen Aktivisten dem katholischen Kirchenoberhaupt vor. Das Geld soll an eine wohltätige Organisation seiner Wahl gehen, die Million würde die Non-Profit-Organisation „Blue Horizon International Foundation“ spenden.

Hinter dem Vorschlag steckt die Kampagne „Million Dollar Vegan“, gegründet von Matthew Glover und Jane Land. Die beiden gründeten bereits 2014 die Kampagne „Veganuary“, die Menschen dazu motivieren soll, im Januar einen Monat lang vegan zu leben. Das Gesicht von „Million Dollar Vegan“ ist die zwölfjährige Tier- und Umweltaktivistin Genesis Butler. Seit sie sechs Jahre alt ist, ernährt sie sich vegan. In einem offenen Brief wendet sie sich direkt an den Pontifex:

„Die heutigen Essgewohnheiten der überwiegend reicheren Nationen verursachen globale Zerstörung und Verwüstung“, schreibt Genesis in dem Brief. Es sei dringend an der Zeit, zu handeln. Sie hoffe, dass der Papst durch vegane Ernährung in der Fastenzeit ein Zeichen setzen könne – auch und vor allem für Millionen Katholiken auf der ganzen Welt. Genesis schreibt in dem Brief darüber, welche Folgen Nutztierhaltung für den Klimaschutz hat.

Aber sollte man es nicht kritisch betrachten, wenn eine Zwölfjährige das Gesicht einer Kampagne ist? „Es ist wirklich ihr eigener Wille, Genesis Butler steht voll und ganz hinter der Kampagne“, behauptete eine Sprecherin von Million Dollar Vegan dem Spiegel. Und wer ihr zuhört, glaubt das auch.

Schon mit zehn Jahren hielt Genesis einen Ted Talk, als jüngste Person in der Geschichte übrigens, und zwar über vegane Ernährung. Chicken Nuggets waren immer ihr Lieblingsessen, erzählt sie da. Eines Tages begann sie darüber nachzudenken, woher diese Chicken Nuggets eigentlich kommen. „Als ich gehört habe, dass dafür Tiere getötet wurden, wollte ich nie wieder Fleisch essen. An diesem Tag haben meine Mutter und ich damit aufgehört“, sagt sie.

Sie ernährt sich rein pflanzlich, seit sie sechs Jahre alt ist, und ihre ganze Familie habe nachgezogen, sagt sie. „Wenn Menschen ihre Art und Weise, zu essen, ändern würden, dann hätte das einen sofortigen Einfluss auf unseren Planeten.“ Sie wolle für ihre Generation und die die folgenden Generationen sprechen.

Papst Franziskus hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu Themen wie Umweltverschmutzung oder dem Klimawandel geäußert. In seiner Enzyklika aus dem Jahr 2015 nannte er den Klimawandel „eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit“. Auch aus diesem Grund hoffen die Menschen hinter der Kampagne, mit der Aufforderung tatsächlich Erfolg zu haben. Gleichzeitig startete „Million Dollar Vegan“ in 15 Ländern auf fünf Kontinenten, der offene Brief von Genesis wurde vergangene Woche in verschiedenen Medien veröffentlicht. Bisher hat sich der Papst noch nicht geäußert. Aber bis zum Beginn der Fastenzeit ist es ja auch noch ein bisschen hin.

soas