Soll das Berliner Studentenwerk "Studierendenwerk" heißen?

Würde etwa 800.000 Euro kosten. Die Tagesfrage.

Szene aus dem Berliner Uni-Leben.

Foto: Jens Kalaene/dpa

In Berlin soll das Studentenwerk bald geschlechtsneutral “Studierendenwerk” heißen. Der Begriff “Studierende” werde schon landläufig gebraucht, heißt es in der vorgeschlagenen Änderung des Studentenwerksgesetzes. Und von Studentenvertretern und Frauenbeauftragten gewünscht, sagt Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres. Die 45-jährige hat das Projekt angestoßen.

Doch das wird es nicht umsonst geben. Schriftzüge auf Gebäuden, Plaketten, Stempeln, Briefpapier oder Mensa-Karten sollen bis 2022 für etwa 800 000 Euro erneuert werden. Zu viel Geld des Steuerzahlers für diesen “Gender-Wahn”, findet mancher. Dafür könne man Sinnvolleres kaufen.

Die Befürworter des Gender-Mainstreaming winken ab: Natürlich wird nicht alles auf einmal ausgewechselt, sondern erst mal alte Materialen aufgebraucht. Mechthild Koreuber, Frauenbeauftragte der Freien Universität Berlin, sagte dem Tagesspiegel deshalb, die diskutierte Summe von 800.000 Euro sei “albern”.  

Gender und Sprache sind stärker als eine Geld- auch eine Glaubensfrage. “Ich empfinde das als Verballhornung der deutschen Sprache“ sagte CDU-Politiker Stefan Schlede (75) zum Tagesspiegel. Die Grüne Anja Schillhaneck  (42) dagegen zur Berliner Zeitung: “Die Änderung ist absolut zeitgemäß, andere Bundesländer haben das schon längst erledigt.” –– Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg und Rheinland-Pfalz etwa. 

Der Dachverband selbst übrigens, das deutsche Studentenwerk, denkt bislang nicht an eine Namensänderung. Auch in den vier Bundesländern, die schon “Studierendenwerke” haben, gab es Widerstand von vielen, die das “sperrige” Wort “Studierende” nicht wollten, schon gar nicht gegen Geld. An den meisten Uni-Städten blieben die veranschlagten Kosten für das Umbenennen im fünfstelligen Bereich.  

Wollen wir sprachliche Gleichstellung nun – und wenn ja, wie viel ist sie uns wert? Oder ist dieses Geld anderswo besser aufgehoben? Und kann man an gegenderte Sprache überhaupt ein Preisschild hängen?

 

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fran

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