Wie du dich nicht länger von Frank Ocean benchen lässt

Hoffnung, Enttäuschung, Hoffnung, Enttäuschung. Ein App-Entwickler durchbricht den Ocean-Kreis.

Bilder von der Website http://boysdontcry.co zum Frank Oceans neuem Album "Boys don't cry".

Screenshot Collage www.boysdontcry.co

Das Weihnachtsfest, die nächste Star-Wars-Fortsetzung, ein richtig guter Nieser – die Vorfreude ist ja laut Phrase immer noch die schönste Freude. Und manchmal, zum Beispiel in den genannten Fällen, sogar meist besser als das eigentliche Ereignis. Auch Frank Ocean scheint verliebt zu sein in die Verzögerung. Seit knapp vier Jahren wartet die Musik-Welt auf den Nachfolger seines Debüt-Albums „Channel Orange“, das sechs Mal für den Grammy nominiert wurde, einen abräumte und beinah frisch aus dem Studio zum Klassiker geadelt wurde. 

Nun in es keine Neuigkeit, dass Album-Releases gerne beliebig hin-und herverschoben werden, nur um sie dann, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, in den digitalen Äther zu schmeißen. Ocean allerdings hebt die Hinhaltetaktik auf ein neues Niveau: Immer wieder nährte der Musiker in den vergangenen Monaten die Hoffungen seiner Fans auf ein baldiges Release. Und es passierte: nichts. Ankündigungen, Hinweise, ein Veröffentlichungsdatum, ein mysteriöses Video auf seiner Webseite. Und: nichts.

Was zwischen frischen Bekanntschaften gerne als „Benching“ beschrieben wird, macht Ocean mit seinen Fans. Hinhaltetaktik at its best. Selbst Adele flehte schon in der Late Night Show bei Jimmy Fallon in die Kamera: „Frank Ocean, come back.“

Der App-Entwickler Shahzeb bietet nun eine Lösung für alle verzweifelten Frank-Fans an. Statt jeden Morgen mit schlafklebrigen Lidern „Frank Ocean Boys Don’t Cry New Album“ in die Google-Suchleiste zu tippen, kann man sich auf  Shahzebs Website für den „Album-Drop-Service“ anmelden. Ein Bot durchforstet alle paar Minuten Twitter, iTunes und Spotify nach Neuigkeiten und schickt dem Smartphone-Besitzer eine Nachricht, sobald das Album irgendwo erhältlich ist. Bereits über 16 000 Menschen haben ihre Handynummer auf der Website hinterlegt. Zwar reduziert sich nun der morgendliche Suchmaschinen-Stresspegel, dafür gibt es Herzrasen und Schweißhände sobald das Telefon vibriert. Es könnte ja Ocean sein. 

In der Zwischenzeit wird Meme-reich gemutmaßt, was Frank so treibt. Wie die Tracklist aussehen könnte oder ob Ocean überhaupt schon angefangen hat, das Album zu produzieren. 

jab

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