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Collage: Daniela Rudolf

Mann und Frau sind weltweit nicht gleichberechtigt – bei der Schulbildung, dem Gehalt oder sogar beim Thema Gesundheit. In den vergangenen Jahren ist die Kluft zwischen den Geschlechtern eigentlich immer kleiner geworden. Doch nun gibt es schlechte Nachrichten, denn dieser Trend ist gestoppt.

Seit 2006 untersucht das Weltwirtschaftsforum (WEF) jährlich die Gleichberechtigung der Geschlechter in vier verschiedenen Bereichen: Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und Politik. In diesem Jahr wurde die Lage von Männern und Frauen in 144 Ländern verglichen. Gemessen wird die Gleichberechtigung anhand verschiedener Faktoren, wie beispielsweise die Alphabetisierungsrate der beiden Geschlechter, der Frauenquote in der Politik oder dem Gehalt, das Mann und Frau für dieselbe Arbeit bekommen. Die weltweite Gleichberechtigung liegt im Jahr 2017 bei 68 Prozent, im Vorjahr lag die Gleichstellung mit 68,3 Prozent etwas höher. Die Kluft zwischen Mann und Frau ist somit seit Beginn der Studie erstmals wieder größer geworden.

Deutschland hat sich seit dem ersten Ranking 2006 verschlechtert

Obwohl Deutschland mit Platz zwölf im Vergleich zum Vorjahr einen Rang aufgeholt hat, hat sich die Bundesrepublik seit dem ersten Ranking im Jahr 2006 verschlechtert: Damals stand Deutschland noch auf Platz fünf. In den Bereichen Bildung und Gesundheit erreichte Deutschland in diesem Jahr zwar gute Werte, vor allem in Wirtschaft und Politik ist die Gleichberechtigung der Geschlechter aber noch ausbaufähig. Nachholbedarf sieht das WEF in Deutschland vor allem bei gleichem Lohn für ähnliche Arbeit oder Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft. 

 

Mit 87,8 Prozent Geschlechtergleichheit steht Island erneut auf Platz eins des Rankings. Es folgen Norwegen, Finnland, Ruanda und Schweden. Am größten sind die Geschlechter-Unterschiede laut der Studie in Syrien und Pakistan, den letzten Platz belegt Jemen.

 

Die Kluft zwischen Mann und Frau ist in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich groß: Laut Studie werden noch 217 Jahre vergehen, bis Frauen wirtschaftlich mit Männern gleich ziehen – sei es bei Karrierechancen, der Erwerbsbeteiligungsquote oder beim Lohn. Bei der politischen Mitwirkung wird es noch 98 Jahre bis zur völligen Gleichstellung dauern. Die weltweite Bildung und der Zugang dazu könnten laut Studie hingegen in rund zwölf Jahren auf einem Niveau sein. 

 

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