Republikaner*innen wollen trans Athletinnen nicht im Frauensport antreten lassen

Das Argument der US-Politiker*innen: trans Frauen hätten einen biologischen Vorteil gegenüber cis Frauen.
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Foto: stefan m. / photocase.de

Die republikanische Partei hat in den vergangenen Wochen in sechs US-Staaten Gesetzentwürfe eingereicht, die die Rechte von High-School-Schüler*innen einschränken sollen, die sich als trans identifizieren. Sollte das Gesetz umgesetzt werden, können trans Schüler*innen nicht mehr gegen das Geschlecht antreten, mit dem sie sich identifizieren. Die Gesetzentwürfe beziehen sich mindestens auf die Bundesstaaten New Hampshire, Missouri, Georgia, Washington und, Tennessee und Alabama.

Die Verfasser*innen des Gesetzentwurfs befürchten, es könne keinen fairen Wettbewerb geben, wenn trans und cis Frauen in der gleichen Klasse gegeneinander antreten. Trans Frauen seien cis Frauen physisch überlegen bezüglich Muskelmasse, Lungenkapazität und Herzgröße. Als cis Mann oder cis Frau werden diejenigen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

„Die Auswirkungen einer solchen Diskriminierung können schwerwiegend sein“

Der Gesetzentwurf der Republikaner*innen in Tennessee sieht etwa vor, dass das Geschlecht in der Geburtsurkunde entscheidet, ob Schüler*innen am Frauen- oder Männersport teilnehmen. Sollte sich eine Schule nicht daran halten, sind Strafen von bis zu 10 000 US-Dollar vorgesehen.

Kritiker*innen der Gesetzesentwürfe argumentieren, dass die Gesetzesentwürfe trans Athlet*innen diskriminieren würden. Das Transgender Law and Policy Institute, eine Non-Profit-Organisation, die sich für Transgender-Rechte einsetzt, schreibt dazu: „Die Auswirkungen einer solchen Diskriminierung können schwerwiegend sein und bei den jungen Menschen lebenslangen Schaden verursachen.“ Chase Strangio, ein Transgender-Aktivist, sagte gegenüber dem Wall Street Journal, dass trans Jugendliche bei einer strikten Trennung der Athlet*innen nach ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht davon abgehalten würden, überhaupt an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen.

Die Richtlinien zur Zulassung von trans Schüler*innen in Wettkämpfen werden normalerweise von den Landes-Leichtathletikverbänden für jeden einzelnen Bundesstaat geregelt und variieren in den USA. Auf transathlete.com verfolgt der trans Sportler Chris Mosier die Leichtathletikpolitik der USA. Eine Zusammenstellung zeigt, dass sich in etwa einem Drittel der Staaten trans Schüler*innen in Teams des Geschlechts, mit dem sie sich identifizieren, messen. In anderen Staaten wird über die Teilnahme beispielsweise nach dem Geschlecht in der Geburtsurkunde entschieden oder danach, ob eine geschlechtsangleichende Operation oder eine Hormontherapie durchgeführt wurde. Andere entscheiden nach Fall zu Fall oder haben keine festgeschrieben Regeln. 

Es wurde schon öfter darüber diskutiert, ob Transgender-Rechte zu unfairem Wettbewerb im Frauensport führen. Zum Beispiel, als vergangenes Jahr die Athletin Terry Miller von der Bloomfield High School den 55-Meter-Lauf in der Frauenliga in Connecticut in New Haven gewann. Auch Gesetzentwürfe gegen die Zulassung von trans Athletinnen in Wettbewerben für Frauen wurden bereits öfter eingereicht. 2019 etwa lag ein ähnlicher Gesetzesentwurf in South Dakota vor, der aber abgelehnt wurde. 

nopa

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