Brüste abtasten geht zum Beispiel mit kreisenden Bewegungen, wie beim Fensterputzen.

Brüste abtasten geht zum Beispiel mit kreisenden Bewegungen, wie beim Fensterputzen.

Foto: Screenshot Vimeo

Beim Arztbesuch tastet die Gynäkologin die Brust ab und fragt: „Machen Sie das zu Hause auch?“ Diese Szene kennt fast jede Frau. Und sehr häufig lautet die Antwort: „Nein.“ Aus Trägheit oder Unwissenheit kontrollieren viele Frauen nicht regelmäßig selbst, ob sie Knoten in der Brust haben. Die britische Journalistin Mona Chalabi und die Filmemacherin Mae Ryan wollen das ändern und habe darum ein Video namens „Touch Your Tits“ produziert, das den Vorgang des Abtastens gleichzeitig simpel und ästhetisch erklärt.

Zu ruhigen Beats sieht man Chalabi, Ryan und andere Frauen, wie sie in zwei Schritten – „feel“ und „look“ – ihre Brüste kontrolliere. Der Tast-Weg für die Finger wird mit Farbe verdeutlicht, die Bewegungen zusätzlich mit einfachen Vergleichen („wie beim Fensterputzen“, „wie beim Rasenmähen“) beschrieben. Anschließend suchen die Frauen im Spiegel nach Unregelmäßigkeiten, die von außen zu erkennen sind. Eigentlich könne man immer und überall seine Brüste betasten, heißt es, liegend, stehend, unter der Dusche – nur vielleicht nicht unbedingt im Büro. 

Brustkrebs ist mit 30,5 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in den Industriestaaten, berichtet die Deutsche Krebsgesellschaft. Das deutsche Zentrum für Krebsregisterdaten weist für das Jahr 2014 etwa 69.000 neue Diagnosen aus und gibt an, dass etwa 18.000 Frauen im selben Jahr an Brustkrebs starben. Aber: Die Krankheit ist heute in vielen Fällen gut behandelbar, wenn sie früh genug erkannt wird. Fünf Jahre nach der Diagnose leben noch mehr als 81 Prozent der Patientinnen.

Je früher der Krebs erkannt wird, desto höher die Heilungschance. Umso wichtiger ist eine regelmäßige Vorsorge. Wer einen Knoten fühlt, sollte damit so bald wie möglich zum Gynäkologen gehen. Mona Chalabi erzählt in ihrem Video davon, wie sie so selbst eine Veränderung in ihrer Brust ertastet habe und abklären lassen konnte (der Knoten sei, wie sie der Vogue sagte, zum Glück gutartig gewesen sei).

Mae Ryan und Mona Chalabi sind in Großbritannien bereits bekannt für feministisch-aufklärerische Videos. Für den Guardian haben sie die vierteilige Dokuserie „Vagina Dispatches“ produziert und darin angenehm sachlich, aber gleichzeitig unterhaltsam das weibliche Geschlechtsorgan erklärt und analysiert. Diese Haltung haben sie sich auch für „Touch Your Tits“ bewahrt: In einer Szene fragt Mae Ryan Mona Chalabi, wie es ihren Nippeln gehe und ob sie eventuell Flüssigkeit verlieren. Ein kleiner Hinweis, dass man mit diesem wichtigen Thema unverkrampft umgehen und auch seine Freundinnen ab und zu darauf hinweisen sollte. 

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