Japanische Firma belohnt Mitarbeiter für langes Schlafen

Der Penn-Bonus hat aber auch einen Nachteil.

Wer ausreichend Zeit mit Schlafen verbringt, lebt nicht nur gesünder, sondern arbeitet auch effizienter.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Dass der Mensch schlafen muss, weiß jeder. Merkt man schließlich spätestens, wenn man es mal zu lange nicht macht: Jegliche Kraft verabschiedet sich, die Augen werden schwer, das Hirn wird lahm. Der Mensch schläft also unweigerlich früher oder später ein. Trotzdem kann man das Schlafpensum individuell anpassen. Heißt konkret: Viele von uns gönnen sich nicht so viel Schlaf, wie der Körper eigentlich bräuchte. Wir glauben, so einfach mehr zu schaffen. Privat wie beruflich.

Laut der Studie „Why sleep matters“, erhoben im Jahr 2016 vom Non-Profit-Forschungsinstitut „Rand Europe“, ist das aber Quatsch. Die Analyse zeigt vielmehr, dass es der Wirtschaft extrem schadet, wenn Menschen nicht mindestens sechs Stunden pro Nacht schlafen. So kostet fehlender Schlaf Ländern wie Deutschland der Studie zufolge knapp zwei Prozent ihres Bruttoinlandproduktes. Noch dramatischere Zahlen ergaben die Erhebungen in Japan: Der fehlende Schlaf der Japaner kostet die Wirtschaft des Landes rund drei Prozent des BIP.

Das findet der CEO des japanischen Unternehmens „Crazy Inc.“, das Hochzeiten organisiert, offenbar so alarmierend, dass er seine Mitarbeiter nun fürs Schlafen belohnt. Kazuhiko Moriyama vergibt demnach Punkte an Mitarbeiter, die fünf Nächte in Folge mindestens sechs Stunden geschlafen haben.

Eine App misst die Schlafzeiten der Mitarbeiter

Diese Punkte können die Mitarbeiter in der Kantine gegen Essen eintauschen. Maximal kann man so viele Punkte sammeln, dass man für 64.000 Yen, rund 500 Euro, pro Jahr essen kann. Und Mogeln ist nicht: Eine App misst die Schlafzeiten der Mitarbeiter.

Klingt dann wiederum ganz schön gruselig. Denn wenn der Chef sehen kann, wann du wie lange schläfst, wann du nachts aktiv bist oder nicht – das hat irgendwie nicht mehr so viel mit Privatsphäre zu tun. Trotzdem scheint der Gedanke, den Mitarbeitern ein gutes Gefühl beim Ausschlafen zu geben, erstmal sehr lobenswert. Besonders in einer Gesellschaft wie Japan. Denn dort arbeiten viele Menschen ja bekanntlich so viel, dass sie an Überarbeitung erkranken oder gar sterben.

lath

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